Samstag, 27. Oktober 2012

Veränderung der Autopreise seit 1990

Oft hört man die Forderungen nach günstigen Autos, da man sich die mordernen Fahrzeuge nicht leisten könne.

Daher möchte ich mal einen Vergleich aufstellen was die Fahrzeuge 1990 und heute kosten und wie sich die Löhne währenddessen verändert haben.

Vergleichen wir mal die deutschen Durchschnittlöhne von 2011 - also 2675€ und 1990  mit 3496DM im Deutschnitt.

Wir haben also schonmal eine deutliche Lohnsteigerung. Wenn man ganz extrem rechnen möchte wäre ich hier mit der Beweisführung am Ende. Einen Dacia Sandero gibt es für 6790€. Das sind weniger als 3 Durchschnittsgehälter. Mir ist kein Auto bekannt, dass es damals für weniger Geld gegeben hätte.

Wir können es uns gerne auch aufwendiger machen.

Vergleichen wir mal die Modelle der Marken intern.
Ein Opel Corsa kostet 2012 mindestens: 11825€
1990 kostete der Kadett E (der ist sogar etwas kleiner als der heutige Corsa!) 22395DM.

Für den Corsa werden heute also mindestens 4,5 Monatsgehälter fällig, während man für den Kadett 6,4 Monatsgehälter aufbringen musste. Das heute deutlich höhere Rabattniveau ist da noch gar nicht eingerechnet.

Vergleichen wir noch den 2012er Polo mit dem 1990er Golf II. Beim Polo bist du mit 12450€ dabei. Für den Golf 2 finde ich nur das schon etwas gehobene GL Modell... da hat 20700DM gekostet. Wir bewegen uns also bei 4,6 bzw. 5,9 Durchschnittsgehältern.

In beiden Fällen sind die Fahrzeuge von den Abmessungen her identisch. Die Motorleistung ist sogar ähnlich, nur die neuen Modelle verbrauchen weniger Kraftstoff und haben weit mehr Ausstattung. Durch die hohen Rabatte sind moderne Autos noch günstiger.




Es gibt sogar noch recht einleuchtende Gründe weshalb uns die Preise heute als so hoch erscheinen.

1. Die Gehälter sind zwar gestiegen, allerdings hat sich die Verteilung verändert. Wer will kann das mit dem eigenen Monatsgehalt von 1990 und 2012 mal nachrechnen wieviele Monatsgehälter man für einen Golf bzw heute Polo brauchen würde.

2. Unser Konsum hat sich verändert. 1990 haben die Kunden noch viel nachhaltiger gekauft. Das Auto war das ultimative Statussymbol in das es galt Geld zu versenken. Viele andere Konsumbereiche waren schwächer oder gar nicht vertreten. Gut Urlaube gab es auch damals... aber tendenziell billigere.
Viele mittelgroße Anschaffungen im Haushalt haben sich hingegen dramatisch verändert. Ein 600€ teures Iphone gab es 1990 ganz einfach noch nicht. Genauso waren PCs in Privathaushalten eher eine Seltenheit. Man braucht also nur schauen wieviel Geld wir jährlich für Mobilfunk, PC und die zugehörigen Verträge ausgeben. Diese Summe steht uns für einen PKW nicht mehr zur Verfügung (zur Erinnerung: Die Reallöhne sind nunmal nicht wirklich gestiegen).
Wir haben zwar auch schon früher neue Fernseher... Sofas und Küchen gekauft. Nur geschieht dies heute weit öfter. Die Verweildauer dieser Produkte im haushalt hat sich in manchen Produktkategorien mehr als halbiert (z.B. Fernseher). Da geht eine ordentliche Summe jährlich für drauf. Auch diese steht für den PKW, der als Statussymbol bedeutung verloren hat, nicht mehr zur Verfügung.
So ganz nebenbei sind die Untehraltskosten für das Auto explodiert... nur können dafür die Hersteller nichts...

Sonntag, 21. Oktober 2012

Supercaps

Ein neuer Trend in der Automobilbranche sind die Supercaps genannten Superkondensatoren. Eingesetzt werden sie erstmals im neuen Mazda 6.

Kondensatoren können elektrische Energie viel schneller als herkömmliche Akkumulatoren speichern. Gleiches gilt auch für die Energieabgabe. Desweiteren sind sie fast beliebig oft ladbar und recht temperaturresistent. Der Nachteil besteht in der recht schnellen Selbstentladung.

Im Automobilbau wären die Supercaps eine kostengünstige Alternative für Hybridfahrzeuge. Die Bremsenergie lässt sich schnell einspeichern und genauso schnell wieder abgeben. AUch für herkömmliche Autos sind die Kondensatoren eine gute Zusatzoption. So kann der Motor bereits beim heranrollen an die Ampel abgeschaltet werden und die elektrischen Verbraucher werden weiterhin mit Strom versorgt. Dadurch ließe sich gerade im Stadtverkehr viel Geld einsparen.
Die Li-Ion Akkus der Elektroautos lassen sich jedoch nicht damit ersetzen. Schon nach wenigen Tagen wären die Kondensatoren leer. Bei Brennstoffzellenfahrzeugen dürften die Kondensatoren dennoch eine interessante Ergänzung sein.

Aufgrund der niedrigen Preise ist eine Ausbreitung im Automobilmarkt zu erwarten und kann begrüßt werden.

Samstag, 20. Oktober 2012

Die sparsamsten Fahrzeuge - Deutung

Zur Bewertung der sparsamsten Fahrzeuge im Herbst 2012.



Beachtlich sind die großen Fortschritte in der Fahrzeugtechnik. Das 3-Liter-Auto ist ist, wenn man etwas Toleranz mitbringt, schon lange verfügbar. Dieselmotoren mit weniger als 4 Liter Verbrauch gehören bei fast allen Herstellern zum guten Ton. Das gilt mittlerweile nicht nur für Kleinwagen, sondern ist ach in der Kompktklasse bei vielen Modellen anzutreffen. Selbst in der Mittelklasse wird die 4Liter Marke bei Dieselfahrzeugen unterboten! Das alles ohne Verzicht oder einer Untermotorisierung.

Allerdings gibt es hier einige Auffälligkeiten. Zum einen tun sich viele Hybridantriebe hervor. Bei vielen Herstellern gehört es mittlerweile zum guten Ton mindestens ein Hybridfahrzeug im Angebot haben. In den kommenden Wochen erfokgt hierzu auch noch eine Aufzählung. Allerdings sind die Spareffekte sehr unterschiedlich. Ein grandios niedrigen Verbrauch kann der Toyota Yaris mit nur 3,5l Benzin erzielen. Da kommt kein anderer Benziner auch nur in die Nähe. Auch Toyota Auris, Prius und Lexus CT200h haben mit 3,8 bzw. 3,9l Benzinverbrauch trotz ihrer Größe hervorragende Verbrauchswerte.
Bei größeren Fahrzeugen ändert sich dies jedoch oft. Zwar setzt Peugeot mit seinem Dieselhybrid die Messlatte hoch und auch in anderen Segmenten sind die Fahrzeuge gut platziert... jedoch haben es einige Modelle gar nicht erst in die Liste geschafft.

Modelle wir der BMW 3er Hybrid (5,9l) und der 5er Hybrid (6,4l) haben es aufgrund der hohen Verbräuche nicht geschafft. Sie kombinieren einen leistungsstarken R6-Motor mit einem Elektromotor. Damit erreicht man zwar für diese Leistungsklasse gute Verbräuche. Die Verbräuche sind trotz Hybridttechnik noch immer deutlich höher als die der kleinen 4 Zylinder Motoren im gleichen Modell. Da läge es an den Herstellern eher die kleinen Motoren als Verbrennungsaggregat zu wählen. Noch dazu sind die Aufpreise enorm.
Noch extremer stellt es sich bei der Mercedes S-Klasse da. Der S400Hybrid wird vom leistungsstärkeren S350 mit V6 Verbrennungsmotor im Verbrauch unterboten. Wie kommt das? Im S400 wird der Elektromotor noch mit dem Vorgänger-Benziner kombiniert, während im S350 schon seit mehreren Jahren das neuere und deutlich effizientere Aggregat arbeitet. Noch dazu ist dieses Modell viel günstiger.
Gleiches gilt auch für den Lexus LS600h der durch einen antiquierten V8 Benziner den Hybridvorteil nicht ausspielen kann.


Bedauerlich sind allerdings auch die enormen Verbrauchsschwankungen innerhalb einer Modellklasse und die geringen Sparbemühungen bei Kleinwagen. Ein Dacia Sandero verbraucht auch heute noch 6,7l Superbenzin. Damit verbraucht er mehr als ein Audi A8 Hybrid - nur hat dieser 180kw Leistung anstatt 62kw. Also dreifache Leistung, doppeltes Gewicht und trotzdem 0,5l weniger Verbrauch.
Auffällig ist generell der hohe Verbrauch bei vielen Kleinwagen. Der Unterschied zu Fahrzeugen der Kompaktklasse beträgt oft weniger als 0,5l. Noch extremer ist dies bei Kleinstwagen. Der drittsparsamste Kleinstwagen Ford KA verbraucht als Diesel 4,1l - ein Mittelklassediesel verbraucht ungefähr genauso viel.

Das Potential ist also groß!

Die sparsamsten Fahrzeuge

Ich möchte hier mal die jeweils sparsamsten Fahrzeuge der einzelnen Fahrzeugklassen aufzeigen um zu zeigen was bereits heute möglich ist.


Kleinstwagen

Benzin
VW UP 1.0 BMT 44kw 4,1l (95g/km)
Smart Fortwo 1.0mhd 52kw 4,2l (97g/km)
Toyota IQ 1.0 50kw 4,3l (99g/km)


Diesel
Smart Fortwo 0,8cdi 40kw 3,3l (86g/km)
Toyota IQ 1.4D4-D 66kw 4,0l (104g/km)
Ford Ka Duratorq 1.3TDCI 55kw 4,1l (109g/km)

Kleinwagen

Benzin
Toyota Yaris Hybrid 55kw 3,5l (79g/km)
Peugeot 208 68VTI 50kw 4,3l (99g/km)
Peugeot 208 82VTI 60kw 4,5l (104g/km)


Diesel
KIA Rio 1.1 CRDI 55kw 3.2l (85g/km)
Ford Fiesta 1.6TDCI 70kw 3,3l (87g/km)
VW Polo 1.2TDI BM 55kw 3,3l (87g/km)



Kompaktklasse

Benzin
Toyota Prius Plug-In Hybrid 100kw 2,1l (49g/km)*
Lexus CT200h 100kw 3,8l (87g/km)
Toyota Prius 100kw 3,9l (89g/km)
VW Golf 1.2TSI BMT DSG 77kw 4,8l (112g/km)




Diesel
VW Golf 1.6TDI BM 77kw 3,2l (85g/km)
Ford Focus 1.6TDCI 77kw 3,4l (88g/km)
OPEL Astra 1.7CDTI 96kw 3,7l (99g/km)


(Untere) Mittelklasse

Benzin
BMW 320i EDE 125kw 5,3l (124g/km)
Audi A4 1.8TFSI 125kw 5,7l (134g/km)
Mercedes C180 BE 115kw 5,8l (136g/km)


Diesel
Peugeot 508 Hybrid 4 147kw 3,6l (95g/km)
VW Passat 1.6TDI BM 77kw 4,1l (109g/km)
Peugeot 508 e-HDI 84kw 4,2l (109g/km)


Obere Mittelklasse

Benzin
OPEL Insignia 1.4 Turbo 103kw 5,7l (134g/km)
Lexus GS450h 252kw 5,9l (137g/km)
Audi A6 Hybrid 180kw 6,2l (145g/km)

Diesel
OPEL Insignia 2.0CDTI 118kw 4,3l (114g/km)
BMW 520d EDE 135kw 4,5l (119g/km)
Mercedes E220DCI BDE 125kw 4,5l (119g/km)


Oberklasse

Benzin
Audi A8 Hybrid 180kw 6,3l (147g/km)
BMW 7er Active Hybrid 6,8l (158g/km)
Mercedes S350 225kw 7,6l (177g/km)


Diesel
Mercedes S250CDI 150kw 5,7l (149g/km)
Audi A8 3.0TDI 150kw 5,9l (155g/km)
Mercedes S300 BlueTec 190kw 6,2l (164g/km)


SUV-Kompakt

Benzin
KIA Sportage 1.6GDI 99kw 6,4l (148g/km)
VW Tiguan 1.4TSI 90kw 6,5l (152g/km)
BMW X1 s20i 135kw 7,1l (165g/km)

Diesel
BMW X1 20d EDE 120kw 4,5l (119g/km)
Peugeot 4008 84kw 4,9l (129g/km)
Audi Q3 2.0TDI 103kw 5,2l (137g/km)



SUV-Fullsize

Benzin
Lexus RX450h 183kw 6,3l (148g/km)
Mercedes ML350 225kw 8,5l (199g/km)
VW Touareg 3.6V6BMT 206kw 9,9l (236g/km)


Diesel
Mercedes ML250CDI 150kw 6,0l (158g/km)
Mercedes ML350CDI 190kw 6,8l (179g/km)
VW Touareg 3.0V6TDI 150kw 7,0l (184g/km)


*= Außer Konkurrenz. Es handelt sich hierbei um Teilelktrisch betriebene Fahrzeuge deren Strombedarf nicht eingerechnet wurde.





Mittwoch, 3. Oktober 2012

Aktive vs. passive Sicherheit

In der vergangenen Zeit gibt es immer wieder große Diskussionen um aktive und passive Sicherheit.

Die Kritik an passiver Sicherheit (z.B. Knautschzonen) geht mittlerweile zurück, während die an der aktiven Fahrzeugsicherheit, wozu die Fahrassistenzsysteme gehören, weiterhin hoch ist.
Doch lassen sich gerade da noch große Fortschritte machen. Bei der Crahssicherheit der Autos lässt sich schon heute kaum noch etwas verbessern ohne das Auto massiv zu erschweren. Bei einem "Muster-Crash" aus 64km/h gegen ein stehendes Auto würden die Fahrer in vielen Fällen sogar unverletzt aussteigen.  Allerdings sind auch da Grenzen gesetzt - eine Kollision aus 120km/h mit einem Baum ist auch heute noch tödlich. Das zu ändern wäre weder finanziell noch ökologisch tragbar.

Da steckt der größte Vorteil in den Fahrassistenzsystemen. Denn diese können den Schaden erst vermeiden. Das schützt nicht nur Leben sondern verringert auch Reperaturkosten. Ein weiteres Argument für die aktive Sicherheit: Schon heute sind nur wenige Verkehrstote PKW-Insassen. Ein großer Teil geht auf Motorradfahrer und Fußgänger. Da hilft eine noch so gute Knautschzone nichts.

ABS ist mittlerweile akzeptiert. ESP auch schon weitgehend. So wird der Fahrer in einer Gefahrensituation unterstützt. Abstandsregeltempomaten, Spur- und Totwinkelwarner helfen mittlerweile schon die gefährlichen Situationen generell zu vermeiden.
Eine flächendeckende Ausstattung der Fahrzeuge könnte die Verkehrsunfallrate gegen 0 senken. Hätten alle Fahrzeuge dieses Bremssystem würden Auffahrunfälle weitgehend der Vergangenheit angehören.
Auch die Zukunft verspricht viel, wenn es in Richtung autonomes Fahren geht. So wird an einem Baustellenassistenten gearbeitet und eine Vernetzung mit anderen Fahrzeugen sowie dem Navigationssystem verspricht Komfort und Sicherheit. Bei letzterem würde das Auto den Fahrer warnen wenn er zu schnell in eine Kurve einfahren möchte. Genauso bekäme man Informationen über einen Unfall hinter der nächsten Kurve.

Kraftstoff spart man damit auch. Zum einen ermöglichen solche Systeme ein gleichmäßigeres Fahren und zum anderen könnte man so in Zukunft sogar die passive Sicherheit etwas verringern und so viel Gewicht sparen.