Dienstag, 9. Dezember 2014

Erster Güterzug von China nach Spanien gefahren

Heute ist der erste Güterzug aus China in Spanien angekommen. Der Güterzug mit 30 Containern ist am 18. November in der ostchinesischen Großstadt Yiwu gestartet und hat für die 13.000km nach Madrid nur 21 Tage gebraucht. Organisiert wird diese Strecke von DB-Schenker - der Logistiktochter der deutschen Bahn.


Zunächst klingt das sehr aufregend, jedoch hat sich in den vergangenen Jahren der transkontinentale Bahnverkehr ganz ohne öffentliche Aufmerksamkeit etabliert. So fahren auch aus Hamburg, Duisburg und Leipzig regelmäßig Güterzüge nach China. Seit 2011 fahren jede Woche Güterzüge aus Deutschland nach China - allein in den letzten beiden Jahren mit über 40.000 Containern (TEU).

Ganz so fantastisch wie das klingt ist das jedoch nicht. Am Gesamtgüteraufkommen für diese Strecke ist diese Menge an Ware nicht spürbar. Zahlen wie 40.000 Conatainer in zwei Jahren klingen klein wenn man bedenkt, dass derzeit schon ein einziges Schiff 14.000 Container mit einer Fahrt von Bremerhaven nach China bringt - und das mehrmals im Jahr.
Genutzt wird die Zugverbindung vornehmlich von der Automobil- und Anlagenindustrie. Für sie ist die um drei Wochen verkürzte Fahrtzeit der ausschlaggebende Faktor. Ein Transport via Flugzeug wäre aufgrund des großen Gewichts der Ware unwirtschaftlich.


Allerdings bleibt die Verbindung unter ihren Möglichkeiten - in Spanien wie Deutschland. Auch zukünftig werden die Züge nur selten fahren. Mit 17-21 Tagen brauchen die Züge immer noch sehr lang. Die Tagesleistungen von 500-650km sind so niedrig, weil im Schnitt alle 800km die Lok gewechselt werden muss. Zusätzlich werden die Container mehrfach umgeladen da Russland und weitere Osteuropäische Staaten eine andere Spur verwenden - China und Deutschland jedoch die Gleiche. Ließe sich das häufige Umspannen und Umladen umgehen könnten Laufzeit und Kosten noch weiter sinken - wodurch der Transport für mehr Branchen attraktiv würde.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Kostenvergleich Fernbus, Bahn, PKW

Der VCD hat vorgerechnet. Sie verglichen PKW mit der Bahn und dem Fernbus. Ihre Musterstrecke war die Fahrt von Hamburg nach Köln.
Dabei soll die Bahn im Schnitt 25€, der Bus 17€ und das Auto 105€ kosten.
http://www.heise.de/autos/artikel/VCD-Studie-Bus-und-Bahn-liegen-bei-Fernreisen-vor-dem-Auto-2473324.html


Der sehr niedrige Preis der Bahn hat mich etwas irritiert.

Hamburg -> Köln.

Also mal nachgeschaut. Wenn ich 8 Tage im voraus buche sind für die Strecke mit dem Fernbus 19 Angebote für den Tag zu finden. Die unterbieten die Angabe für die Strecke jedoch deutlich. 16 dieser Angebote unterbieten die Preisangabe des VCD. Eins liegt exakt auf 17€ und zwei bei etwas über 19€. Wie dieser Mittelwert bei den Buspreisen zustande kam bleibt fraglich. Die Fahrtdauer liegt jedoch bei 6-7 Stunden.
Und die Bahn? Kann sie den DURCHSCHNITTSpreis von 25€ halten?
Ganz klar NEIN. Bei einer Buchung 8 Tage im Voraus ist der günstigste Tarif 57€. Alle anderen Fahrten sind teurer. Bilde ich ein Mittelwert aller Sparpreise zwischen 12 und 16Uhr komme ich auf 78€! Mehr als das dreifache was der VCD meint herausgefunden zu haben. Eingerechnet ist hier zwar keine Bahncard - jedoch auch keine Sitzplatzreservierung. Die Fahrtzeit liegt bei gut 4 Stunden.
Selbst wenn man mehr als einen Monat vor Abfahrt für diese Strecke sucht. Tatsächlich konnte ich ein einziges Angebot für 29€ finden. Der Mittelwert liegt jedoch immer noch bei 62€! Diese Werte ändern sich auch nicht mehr wesentlich wenn man versucht zwei Monate vorher zu buchen.

Und das Auto? Schwer zu sagen. Der VCD geht davon aus man kauft sich einen VW Golf zu Listenpreis und verkauft ihn nach nur zwei Jahren wieder. Das dürfte das seltenste Nutzungsverhalten sein.
Was ein Auto wirklich kostet schwankt stark. Geht man nach den Tabellen des ADAC (Haltedauer 4 Jahre, 15.000km im jahr) gibt es den Golf ab 43ct/km. Andere Autos jedoch bereits ab 30ct/km. Tatsächlich würde die Strecke mit dem Auto dann 181€ im Golf bzw. 125€ im billigen Auto kosten.
Eine Aussage über die tatsächlichen Kosten lässt sich dabei kaum treffen. In den Kosten ist beispielsweise der Wertverlust, Steuer und Versicherung drin. Kosten die auch anfallen wenn das Auto stehen bleibt und man den Zug nimmt.

Rechnet man nur die Kraftstoffkosten für die Strecke kann man bei 25€ (Diesel) bzw. 30€ (Benzin). Selbst ein Golf 1.2TSI braucht Benzin für nur 36€. Selbstverständlich kommen die Kosten für Verschleiß sowie zusätzlicher Wertverlust durch viele Kilometer dazu. Das dürfte für Haushalte die sowieso über ein Auto verfügen aber deutlich niedriger als die Angabe des VCD sein und eher auf dem Niveau der Bahn liegen.

Und das Flugzeug? Wenn ich nächste Woche fliegen will muss ich mindestens 145€ für die Strecke zahlen. Also extrem teuer. Wenn ich 6 Wochen im voraus buche fliege ich für 66€. 




Fazit Fernbus: Billiger als nach Angabe des VCD.
Fazit Bahn: Bei Buchung eine Woche vor Abfahrt dreimal so teuer wie der VCD angibt. Auch bei sehr langfristiger Buchung (mehr als ein Monat) ist der Preis mehr als doppelt so hoch wie angegeben.
Fazit PKW: Teuer. Wer sowieso ein Auto hat kommt ungefähr auf Bahnniveau.
Fazit Flugzeug: Lohnt sich kaum. Preislich eher über der Bahn und aufgrund von Transfer auch nicht viel schneller.

Mittwoch, 26. November 2014

Wasserstoff oder Batterie?

 Die antwort auf die Frage: Beides!



 Wasserstoff als solches hat sehr wahrscheinlich eine große Zukunft. Für kleinere Autos für Privatkunden wird sich vermutlich ein Batterieelektrisches Auto durchsetzen. Höherer Wirkungsgrad, niedrige Produktions- und Energiekosten. Wasserstoff muss systembedingt immer teurer als Strom bleiben (man stell den Wasserstoff ja unter Einsatz elektrischer Energie her).


Um ein paar Kenngrößen zu nennen:
Batterien bisheriger Elektroautos haben meist 20-40kwh Kapazität. Die Ausnahme ist der Tesla S mit 60-85kwh. Plug-In Hybride haben meist nur kleine Batterien mit 10kwh. Ein LKW oder Transporter bräuchte entsprechend sehr große Batterien (jenseits der 1000kwh).


Mit dem Hausstrom (Steckdose) sind im Alltag 2-2,5kwh (eine 10kwh Batterie wäre damit in 5 Stunden voll) Leistung beim Laden möglich. Ist oft verfügbar oder leicht verfügbar zu machen. Eine Steckdose in die Garage legen zu lassen, macht jeder Elektriker in wenig Zeit. Ist Ideal für Plug-In-Hybride die sich in wenigen Stunden laden lassen. Im Zweifel auch für sehr leine Elektroautos die im Stadtverkehr eingesetzt werden (Laden über Nacht).

Schon für normale Elektroautos braucht man deutlich mehr Leistung. Einfach verfügbar ist ein "normaler" Starkstromanschluss. Mit einer Ladestation wären so 7,2-11kwh machbar. In einem gewöhnlichen Haus lässt sich so ein Anschluss noch mit vertretbaren Aufwand legen. Für ein kleines Auto völlig ausreichend. Aber schon ein Tesla S bräuchte damit schon mehr als bloß eine Nacht. Allerdings ist ein solcher Anschluss in jedem Gewerbe verbreitet.


Ebenfalls noch möglich ist ein Starkstromanschluss mit 22kwh möglicher Ladeleistung. In der Industrie und modernen Häusern meist kein Problem. In vielen Altbauten wäre das schon nicht mehr möglich und für eine Mietgarage nahezu undenkbar. Für große PKW ist damit eine Ladung über Nacht möglich und auch kleine Elektroautos wären in wenigen Stunden geladen. Für den PKW Bereich also ausreichend stark und dürfte sich auch durchsetzen.Ein Kleintransporter ließe sich so ebenfalls noch Laden. Für Stadtbusse oder kleine LKW wäre es schon sehr eng. Ein großer Sattelzug müsste so immer noch 2 Tage laden.


Noch mehr Strom ist bei genormten Anschlüssen möglich. Ladeleistungen von
42kwh bzw. sogar 85kwh sind somit realisierbar. Aber schon mit klaren Einschränkungen. Für Privathaushalte sind solche Leistungen nicht mehr erreichbar. Das macht das Stromnetz eines Wohngebiets nicht mehr mit. Lediglich in der Industrie sind solche Stromanschlüsse verbreitet und selbst da ist es in einzelnen Fällen problematisch, wenn mehr als ein Fahrzeug geladen werden müsste. Ein Busdepot würde schnell mal den Stromverbrauch einer Kleinstadt haben. Nicht überall sind die Stromnetze darauf ausgelegt. Dazu kommen noch die technischen Risiken. Solche Stromstärken sind hoch gefährlich und müssten vor Vandalismus und Fehlbedienung geschützt werden, da hierbei akute Lebensgefahr besteht.

Man merkt... die Ladeinsfrastruktur müsste erst gebaut werden. Und gemeint sind hier immer noch Ladezeit die eine Ladung über Nacht vorsieht. Fahrzeuge mit sehr kurzen Standzeiten (LKW mit zwei Fahrern) hätten dann immer noch Probleme und würden noch mehr Ladeleistung benötigen.
Dazu kommen dann noch Akkuprobleme. Es ist von einer deutlichen Verkleinerung der Akkus bei gleicher Leistung auszugehen. Für den PKW würde es einen elektrischen Antrieb ohne Einschränkung im Fahrzeuginnenraum bedeuten. Bei Nutzfahrzeugen müssten die Akkus aber um 90% Schrumpfen um sinnvoll einsetzbar zu sein.


Genau hier kommt Wasserstoff ins Spiel. Für große SUV, Kleintransporter, LKW und Busse. Zumindest kennt man dafür bislang keine bessere Alternative.Tanken würde kaum länger als eine herkömmliche Betankung mit Benzin dauern. Auch ein Einsatz im Eisenbahnbereich (anstatt Dieseltriebwagen) wäre denkbar und ohne großen Aufwand realisierbar.

Donnerstag, 14. August 2014

Uber

Ich möchte jetzt mal meiner Empörung Luft machen. Derzeit verbieten immer mehr deutsche Kommunen den Taxidienst Uber, einem Dienst der den Markt revolutionieren könnte.
Im bisherigen System gibt es zum einen die Taxis. Sprich Fahrzeuge die nach einem Einheitstarif abrechnen. Sie kosten immer das Gleiche und müssen 24h täglich einsatzbereit sein. Die Konzessionen dazu sind in vielen Städten begehrt. Auf der anderen Seite gibt es noch die Mietwagen mit Fahrer. Schon heute benachteiligt durch eine höhere Mehrwertsteuer, haben sie auch sonst allerhand Nachteile. So dürfen sie keine Fahrgäste vom Straßenrand aufnehmen, sondern müssen immer telefonisch angefordert werden. Dafür dürfen sie ihre Preise selbst bestimmen und müssen nur dann Fahrzeuge vorhalten, wenn es sich für sie lohnt.

Uber versucht die Vorteile von beiden Systemen zu kombinieren. Der Dienst sieht sich als Vermittler. So kann jeder Fahrer sich selbstständig machen und seine Fahrdienste mit eigenem PKW anbieten. So kann der Fahrer Besitzer einer Mietwagenunternehmens sein, oder aber auch ein komplett privater Fahrer.

Nun zu den Vor- und Nachteilen:

Die Verfügbarkeit der Fahrzeuge richtet sich also nach dem Bedarf durch die Kunden - dadurch auch die Preise. Sind viele Fahrzeuge da und wenig Kunden sinken die Preise. Bei Unwettern würden die Preise steigen. Das erscheint fair und die zu befürchtenden Schwankungen dürften gering sein. Sollten die Preise schlagartig steigen lohnt es sich für viele erst dann zu fahren. Die Schwankungen wären folglich höchstens kurzfristig.

Die Preise als solche erscheinen eher vorteilhaft. Zwar haben Taxen feste Preise... aber wer kennt die schon vor Fahrtantritt. Bei Uber wird niemand überrascht, sondern sieht sie bei Bestellung.


Das Hauptargument ist die Qualität. Genau dieses Argument veranlasst mich zur Empörung! Es ist Absurd zu behaupten, die Qualität sinke durch die Uber-Fahrer. Eine Minderung der Qualität gegenüber zahlreichen Taxifahrern ist kaum noch möglich. Versiffte Fahrzeuge in denen der Fahrer offenbar trotz Verbots raucht. Einen Fahrstil jenseits aller Verkehrsregeln. Der persönlich erlebte Rekord liegt bei 120km/h in der geschlossenen Ortschaft. Unfreundlichkeit ist sowieso oft dabei. Auch sonst ärgere ich mich immer wieder über Taxifahrer. Es sind genau diese die Radfahrer regelmäßig fast überfahren. Einmal wurde vom Taxifahrer sogar körperliche Gewalt angedroht. Eine völlig sinnlose Aggression seitens des Fahrers gegen einen Fahrgasts. Das Argument man könne sich ja beschweren zieht da kaum. Als ob das jemals etwas geändert hätte.
Uber-Fahrer werden wohl kaum schlechter fahren. Die Fahrer können bewertet werden und jeder Kunde sieht die Bewertung. Das dürfte einiges an der Freundlichkeit ändern.



Die einzige Regelung die Uber tatsächlich bräuchte wäre die des Gewerbes. Tatsächlich dürfen in den USA auch Privatfahrer Fahrgäste befördern. In Deutschland fiele das unter Schwarzarbeit. Eine Überprüfung der Gewerblichkeit und eine Meldung an die Finanzbehörden über die Zahlungen wäre nötig. Und auch sicherlich für Uber umsetzbar.

Samstag, 2. August 2014

Umweltfreundliche Oberklasse?

Wenn man von der automobilen Oberklasse spricht denkt man an staatstragende Fahrzeuge wie den BMW 7er und Mercedes S-Klasse und deren Konkurrenten Audi A8, Porsche Panamera, VW Phaeton und Jaguar XJ. Bei ihrem Anblick kommen wem verbrauchsstarke V8 Benzinmotoren in den Sinn. Viel Leistung, viel Gewicht und gigantischer Verbrauch.

Beim Blick in die Details weht ein ganz anderer Wind. Tatsächlich leistet sich fast jeder Hersteller ein Sparmodell. Zum einen dient dies natürlich der herstellereigenen CO2 Reduktion um die EU Auflagen zu erfüllen. Zum anderen wird dies auch zunehmend nachgefragt. Man möchte gerne geräuschlos fahren um den Komfort weiter zu steigern und die Fuhrparkauflagen werden immer strenger. Immer mehr Unternehmen setzen feste Grenzen von oftmals 140g CO2/km. Mittlerweile kann sich auch die Führungsebene davon nicht mehr ausnehmen lassen.

140g CO2/km entsprechen ungefähr 6 Litern Benzin je 100km. Ein üblicher Wert für ein Fahrzeug der Kompaktklasse (z.B. Opel Astra 1.4 Turbo mit 140PS). Welche Hersteller schaffen dies auch in der automobilen Oberklasse?

Am weitesten von diesem Ziel entfernt ist der VW Phaeton. Der niedrigste Ausstoß liegt hier bei 224g/km (8,5l Diesel) - ein desolater Wert. Kein anderer Hersteller hat in dieser Leistungsklasse derart schlechte Werte. Vorletzter wird Jaguar mit dem XJ, die sich keine Hybridtechnik leisten können. Dennoch werden zumindest 159g/CO2 erreicht (6,1l Diesel) und es verbleibt trotz allem mehr Leistung als im VW. Trotz Hybridantrieb verfehlt Audi im A8 mit mindestens 144g CO2/km (6,2l Super) die Grenze immer noch, obwohl die Kombination aus 4 Zylinder Benziner und Elektromotor vielversprechend wirkt. Ebenfalls verfehlt der BMW 7er Activ Hybrid die Grenze mit 158g (6,8l). Dieser verfügt jedoch über einen Leistungsstarken 6 Zylinder Motor. Mit den gewöhnlichen Dieseln wird ein niedrigerer CO2 Ausstoß erreicht.

Unter besagter Grenze bleiben nur Porsche und Mercedes. Der Panamera als Plug-In Hybrid ist jedoch bislang nicht verfügbar. In der S-Klasse bietet Mercedes gleich drei Hybridmodelle an.
Der S400HYBRID kombiniert V6 Benziner mit Elektromotor und kommt leider nur auf 147g CO2. Beachtlich ist hier eher der S300 BlueTEC HYBRID. Dieser kommt auf sagenhafte 115g CO2 (4,4l Diesel). Das sind Verbräuche die man eher im Kleinwagen erwartet und nicht in einer Oberklasse Limousine die sich eines über 200PS starken Diesels als Basis bemächtigt. Nochmals sparsamer ist der S500 Plug-In Hybrid. Ab sofort bestellbar und dem sagenhaften Wert von nur 65g CO2 je Kilometer. Kein herkömmlicher PKW erreicht derart niedrige Werte. Dies entspricht einem Verbrauch von weniger als 3 Litern Benzin je 100km. Sämltiche Hürden werden damit genommen. Tatsächlich kommt hier noch Stromverbrauch dazu. Der Passagier kann sich jedoch dennoch über geradezu gespenstische Ruhe freuen, während gleichzeitig das Fahrzeug die Umwelt schützt, da gerade kurze Fahrten, bei Verwnedung von Ökostrom, Emissionsfrei erfolgen können. Angeblich sind bis zu 30km elektrisch möglich. Für viele Fahrten ist dies sicherlich ausreichend.

Dienstag, 22. Juli 2014

Lexus NX Hybrid: Wie man an der Zukunft vorbei baut

Lexus bringt erstmals ein Hybrid-KompaktSUV auf den Markt: Den NX Hybrid. Klingt soweit recht gut. Schaut man sich das Auto genauer an, zeigt es weshalb Toyota einschließlich derer Premiummarke Lexus alles andere als Zukunftsfähig ist.

Das Fahrzeug ist extrem aggressiv designed. Optisch wirkt der NX mehr wie ein Sportwagen als ein Geländewagen. Auch im Innenraum deutet alles auf Sportlichkeit.  Beim Antrieb folgt dann die große Ernüchterung. Die angegebene Systemleistung von 197PS wirkt zwar durchaus kraftvoll - die Fahrwerte erinnern jedoch eher an einen Kleinwagen. Zwar sind angegbene 5,0 Liter Benzinverbrauch bzw. 116g CO² pro Kilometer zunächst eindrucksvoll. Aber 180km/h Endgeschwindigkeit ist alles andere als das. Viel schlimmer noch, für die Fahrzeugklasse wirkt die Gesamtleistung eher ungewöhnlich schwach.

Im Vergleich mit anderen Konkurrenzmodellen verliert der Lexus noch mehr. Geht man nach der Leistung und dem Preis bietet sich ein Vergleich mit dem  eine klasse kleineren Mercedes GLA an. Als GLA 200CDI verbraucht dieser 4,4L Diesel (114g CO²) und ist dabei in jeder Hinsicht weit überlegen. Auch der Benziner GLA 200 braucht trotz viel mehr Leistung nur einen knappen Liter mehr Benzin.
Vergleicht man den NX in der gleichen Fahrzeugklasse mit dem BMW X3 werden die Unterschiede größer - aber vornehmlich nur weil es derart schwache Antriebe kaum im Programm gibt. Am ehesten wäre es der Diesel s18d. Mit 5,1l Diesel (134g CO2)... hier gilt auch nur gleicher Verbrauch bei mehr Leistung.


Das angegebene Kaufargument ist bereits bei Neuerscheinung bestenfalls schwach. Zwei Jahre nach Marktstart wird er eher mehr verbrauchen als konventionelle Aggregate. Von Zukunft ist hier nichts zu spüren - allein weil die Konkurrenz längst Hybridmodelle in dieser Klasse anbietet (Audi Q5).
Wegweisend wäre ein Elektroauto oder die noch gefragteren Plug-In Hybriden gewesen. Hier hängt Toyota aber eher zurück. Außer dem Prius PHV hat Toyota kein Plug-In Hybriden im Angebot. Ein Elektroauto überhaupt nicht. So hängt die Konkurrenz die einstigen Pioniere ab. Hybride gibt es auch bei der deutschen Konkurrenz. Den ersten Plug-In Geländewagen gibt es seit wenigen Monaten auf dem deutschen Markt. Der Mitsubishi Outlander PHV. Der fährt bis zu 50 Kilometer elektrisch. Der Einstiegspreis liegt bei 40.000€ - exakt so viel wie der neue Lexus NX

Donnerstag, 10. Juli 2014

Schafft die Pendlerpauschale ab!

Derzeit wird die PKW-Maut debattiert. Man brauche Steuergelder um den Straßenerhalt zu sichern. Je nach Rechnung sind järhlich zusätzliche 4 bis 8 Milliarden Euro notwendig. Ob die Maut auch nur einen Euro dafür übrig lässt bleibt jedoch fraglich.

Viel sinnvoller wäre es das Geld aus der Pendlerpauschale abzuschöpfen. Derzeit liegt sie bei 0,30€ je gefahrenen Kilometer. 2008 belastete sie den Stattshaushalt um 20,5 Milliarden Euro. Weit mehr als der Staat bräuchte. In Wahrheit handelt es sich dabei um eine Zersiedlungsprämie die die Reichen bevorzugt und ärmere benachteiligt. Vornehmlich profitieren von der Prämie wohlhabende die entweder bereits ein Haus besitzen und so ihren Besitzstand wahren können oder Familien die die Baukosten in der Stadt scheuen und lieber billigen Baugrund weit ab von der Großstadt kaufen. Durch die Prämie wird das tägliche Pendeln geradezu kostenfrei. Mit einem günstigen Auto bleibt man unter 0,50€ Beitriebskosten je Kilometer. Die Pauschale denkt also die Mehrheit der Fahrtkosten ab. Fährt man zu zweit bleibt sogar Geld über.

Die Straßen quellen über voller Pendler. Die Folge sind notwendige Ausbauten von Fernstraßen für die Pendler. Und das trotz ihrer Subventionen!
Der Ausweg kann nur in einer Kürzung der Pauschale liegen. Ich fordere eine Staffelung, sowie eine Deckelung. Also keine Erstattung von Fahrtstrecken jenseits der 40km mit dem PKW. Auch die Kilometer kosten sinken. Während es für die ersten 15km noch die vollen 30ct Erstattung gibt wird jeder weitere Kilometer nur noch mit 20ct vergütet. Der Anreiz täglich weit zu pendeln wird sinken. Gleichzeitig stünde mehr Geld zur Verfügung um die notwendigen Verkehrswege instandzuhalten sowie sogar auszubauen.

Samstag, 21. Juni 2014

NISSAN e-NV200

Nissan hat den elektrischen NV200 zur Bestellung freigegeben. Bereits ab kommenden Monat ist der Kleintransporter in Deutschland erhältlich.

Das Angebot ist je nach Anwendungszweck unterscheidlich attraktiv. Gesprochen wird von einer Normreichweite von 170km und maximal 120km/h. Verfügbar ist er als Nutzfahrzeug, sowie als Familienvan.
Praktisch betrachtet dürfte die Realreichweite bei 80-120km liegen. Für einen Familienvan völlig untauglich. Hier schlägt sich auch der Preis von 43750€ nieder. Das ist fast der doppelte Preis gegenüber dem konventionell betriebenen Modell. Man muss dafür schon sehr idealistisch sein ein Fahrzeug zu kaufen, dass schon sonst den Bedürfnissen vieler Familien nicht stand hält und das dann zu einem Preis eines ausgewachsenen Großraumvans.

Interessanter ist der Transporter. Hier liegt der Aufschlag nur bei ca. 10.000€ und lässt den Transporter bei ca. 25.000€ starten. Die elektrische Reichweite dürfte im urbanen Umfeld für viele Lieferdienste völlig ausreichend sein. Insbesondere besteht dabei auch oft die Option auf eine Zwischenladung in einer Mittagspause. So wäre es als Zustellfahrzeug für Post oder andere Lieferdienste denkbar. Aufgrund der Verbrauchsvorteile innerorts könnten Unternehmen das investierte Geld tatsächlich wieder reinholen. Die eher mäßige Endgeschwindigkeit stört da nicht. Wichtiger ist da nur die uneingeschränkte Nutzbarkeit des Laderaums.

Dienstag, 3. Juni 2014

Modellpolitik?

Volkswagenboss Winterkorn gab unlängst bekannt, dass man Konzernintern die Abschaffung einiger Modellreihen erwäge.
Den Medien war dies ein Bericht wert. Bei vielen anderen Herstellern ist sowas Alltag - im Premiumsegment und bei VW allerdings eine höchst ungewöhnliche Planung.


Schaut man sich im VW Porgramm um findet man mittlerweile einige "Zombies". Also zumeist ältere Fahrzeuge deren Nische verschwunden ist.

Benannt wurde unter anderem der Eos. Ein Mittelklassecabrio. Wurde riesig angepriesen und feil nach Marktstart durch große technische Probleme auf. Das aufwendige Dach hatte oft Defekte. Es wird voraussichtlich verschwinden, da im eigenen Haus das Golf Cabrio die bessere Wahl ist. Es kostet 5000€ weniger und ist kaum kleiner, dafür aber schöner und moderner. Wer bereit ist weit über 30.000€ auszugeben wird tendenziell sowieso eher zu den Premiummarken greifen. Wer das Geld nicht hat greift zum Golf Cabrio oder Importmarken.

Ohne große Überraschung wird der Scirocco auch ohne Ersatz bleiben. Man wollte ein sportliches Coupe bauen. So wirklich sportlich ist der Scirocco nie geworden. Eher ein prolliger Golf. Da die entsprechende Zielgruppe für ein solches Auto kein Geld hat, blieb er ein Ladenhüter.

Ebenfalls verschwinden wird möglicherweise der Sharan. Er ist schlicht zu teuer. Preislich liegt er weit ab von einem herkömmlichen Familienbudget. Etwas schick ausgestattet kratzt man schnell an 50.000€! Da greifen viele Eltern bereits heute lieber zum kleineren Touran. Wer entsprechende Geldreserven hat ordert eher ein großes SUV oder gleich den noch teureren VW T5. Der ist weitaus praktischer und hat - im Gegensatz zum Sharan - einen enormen Wiederverkaufswert. Vermutlich wird Volkswagen den nächsten Touran etwas wachsen lassen. Möglicherweise auch mit einer zusätzlichen Langversion und so die dann entstehende Lücke schließen. Da werden wenig Kunden zur Konkurrenz abwandern. Diese besteht mittlerweile auch nur noch aus Ford Galaxy und Renault Espace. Alle anderen Konkurrenten sind bereits ausgestiegen.




Dies zeigt in weiten Teilen auch den immer schnelleren Wandel in der Modellpolitik auf. Es kommen nicht mehr nur immer neue Modellformen dazu, sondern andere verschwinden. Am verschwinden sind die großen Vans. Aufbauend auf Mittelklassefahrzeugen galten sie als das ideale Familienfahrzeug. Nur sind sie viel zu teuer für ein Fahrzeug, dass überhaupt keine Emotionen hervorruft. Der generelle Trend hat sich zu kleineren Vans verschoben. Die sind nicht nur bei Familien beliebt. Fahrzeuge wie Golf Sportvan, Mercedes B-Klasse oder Opel Meriva werden eher von Rentnern erworben. Die hohe Sitzposition erscheint wichtiger als ein besonders sportliches Image. Für Familien bleiben sie außerdem bezahlbar. Wobei diese Gattung immer mehr von SUV verdrängt wird. Diese sind in Wirklichkeit keine gezähmten Geländewagen mehr, sondern rustikale Familienvans. Der Nutzwert ist im Vergleich zwar geringer, dafür wirken sie deutlich emotionaler. Verzichtet man auf Allradantrieb bestehen kaum Verbrauchsunterschiede. Fahrzeuge wie der VW Tiguan sind hier eine wahre Konkurrenz für Touran&Co. Auch hier gibt es den Trend zur Miniaturisierung. Während ein großer Sharan in einer Großstadt kaum zu bewegen ist, kommt man mit einem Opel Mokka noch in fast jede Parklücke. Beim Anblick darf der Fahrer sich trotzdem nach großem Abendteuer fühlen - auch wenn nur der Bordstein überwunden wurde.

Ansonsten geraten Kleinwagen mehr in den Fokus der Konzerne. Waren dies früher eher Mittel um das Feld der Zweitwagen abzudecken, steigt hier immer weiter die Nachfrage nach hochwertigen Fahrzeugen. Im urbanen Umfeld ist es längst kein Statussymbol mehr in einer Oberklasselimousine Parkplätze zu suchen.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Elektroautos - was ist neu?

Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich bereits über das Potenzial der Elektroautos. Jetzt wird es Zeit für eine Aktualisierung. Die ist allerdings gar nicht so einfach da der Markt sehr unübersichtlich geworden ist.

Nahezu jeder Hersteller hat mittlerweile ein Hybrid- oder Elektroauto im Programm. Zeit einzelne empfehlenswerte Fahrzeuge vorzustellen.


Kleinstwagen:
Der Klassiker ist hier der Mitsubishi i-Miev mit seinen Geschwistern bei Citroen und Peugeot. Empfehlenswert ist er aber nicht. Er genügt kaum den üblichen Qualitätsansprüchen und ist überteuert. Die bessere Wahl sind hier Elektro Smart und der neue VW e-Up!. Beides bezahlbare Kleinstwagen ohne Einschränkungen.

Kleinwagen:
Elektroautos sind hier kaum verbreitet. Es gibt immer noch den Toyota Yaris Hyrid. Ansonsten noch den Renault Zoe, bei dem man aber bezüglich Innenraumkomfort deutliche Abstriche machen muss.Das beste Angebot macht derzeit BMW mit dem i3. Ist zwar sehr teuer, aber derzeit das beste Elektroauto auf dem deutschen Markt.

Kompaktklasse:
Der Markt wächst. Neben den Hybriden von Toyota bieten immer mehr Konkurrenten auch Modelle an. Toyota selbst macht sich mit dem Prius Plug-in Hybrid Konkurrenz. Genauso ist der elektrische Ford Focus und neuerdings auch der VW e-Golf bestellbar. Der Ford hat einen sehr eingeschränkten Nutzwert zu hohen Preisen. Die Empfehlung geht hier zum weitaus besseren Golf. Auch der Ford C-Max als Plug-in Hybrid ist nicht zu empfehlen. Wer will einen Familienvan ohne Kofferraum? Ebenfalls tauglich ist der Nissan Leaf.
Auch andere Marken werden auf diesem Markt bald nachziehen. In den USA ist bereits eine elektrische B-Klasse von Mercedes auf dem Markt.

Mittelklasse:
Hybride gibt es in großen Mengen. Ein solches Feigenblatt hat fast jeder Hersteller - fast immer zu völlig unbrauchbaren Konditionen. Die Preise sind hoch und die Verbräuche gar nicht so niedrig. Die große Ausnahme ist der in der Mittelklasse angesiedelte Tesla S. Als Mittelklasselimousine mit rein elektrischen Antieb glänzt er durch sehr hohe Reichweiten. Im verhältnis sind die Preise zwar moderat - aber dennoch viel zu teuer für einen Massenmarkt. Dieses Segment wird fast ausschließlich von Firmenkunden bedient, die aufgrund der schlechten Händlerpräsenz keine Tesla Modelle kaufen.
Plug-in Modelle sind angekündigt.

Oberklasse:
Ein Hybridmodell haben sie alle. Ein kaufbares Plug-in Modell hat nur Porsche beim Panamera. Bei Mercedes ist die Plug-In S-Klasse angekündigt, lässt jedoch immer noch auf sich warten. Gerade wo Komfort so wichtig ist, setzt sich das Konzept nicht durch.

 Sportwagen/SUV
Als Sportwagen hat BMW gerade seinen Sportwagen i8 zur Bestellung freigegeben. Es handelt sich hierbei um einen extrem sparsamen Hybrid-Sportler.
SUV gibt es recht oft mit Hybridantrieb, da hier der Nutzen sehr hoch ist. Als Plug-in Modell gibt es jedoch nur den Mitsubishi Outlander. Der erschwinglich (ab 40.000€) und bietet ein gutes Gesamtpaket. Bis zu 50km Reichweite erlaubt viel rein elektrische Touren und auch der Benziner als solcher ist sehr sparsam. So lässt sich erstmals auch mit gutem Gewissen SUV fahren. Auch finanziell ist dieses Auto erschwinglich. Angeblich soll sich das Fahrzeug gegenüber einem Diesel in ca. 8 Jahren rentieren. So schnell geht es sonst fast nie.


 Fazit:
Hybridmodelle gibt es fast überall. Nur lohnen sie sich selten, da die Verbräuche nicht niedrig genug sind. Plug-In Hybride und Elektroautos setzen sich nur langsam durch. In den kommenden 12 Monaten sind aber viele weitere Fahrzeuge angekündigt. So wird man kommendes Jahr bereits in jeder Fahrzeugklasse die Wahl zwischen alternativen Fahrzeugen haben.

Dienstag, 1. April 2014

Wann lohnt sich welcher Antrieb

Eine kleine Rechnung was ein Antrieb derzeit kostet

Als Beispiel nehme ich den weit verbeiteten Golf. Basis ist hier die Variante "Comfortline" als 5 Türer mit Metalliclackierung, Navi, 7 Gang Automatik und Klimaautomatik.



Schauen wir uns die Versionen an:

E-Golf als rein elektrisches Fahrzeug für 35.750€. Dafür stößt er 0g CO2 aus und kostet keine KFZ Steuer. Er verbraucht nach Norm 12,7kw/h und fährt damit theoretisch 190km weit. Im Alltag sind es eher 130... also in etwa 1/3 höherer Verbrauch.


Der mit 1.2TSI kostet 25.290€ und stößt 115g CO2 je Kilometer aus. Das entspricht 5,0l Superbenzin und für die Steuer fallen 58€ pro Jahr an. Spritmonitor gibt 6,3l als Realverbrauch an.

Als Diesel mit 1.6TDI sind es nur 102g CO2 bzw. 3,9l Diesel. Bei der Steuer schlägt dies mit 166€ zu Buche. Der Neuwagen kostet laut Liste 27.590€. Spritmonitor.de spricht von einem Verbrauch von 5,48l.


VW bietet dieses Modell auch als Erdgasmodell an. Unter dem Namen 1.4TGI werden 5,2m³ (3,4KG) Erdgas verbraucht bzw. 92g CO2 emittiert. KFZ Steuer sind nur 28€. Der Händler verlangt hier jedoch schon 29.115€. Spritmonitor hat hierzu noch keine Werte.


Die Preisunterschiede sind enorm. Der E-Golf hat zwar eine etwas bessere Ausstattung, dafür ist beim Händler nicht mit einem Rabatt zu rechnen. Über 10.000€ Auspreis muss man für den E-Golf gegenüber dem Benziner fahren. Durch die KFZ Steuer bekommt man die Aufpreise nie wieder rein. Wie sieht es mit dem Verbrauch aus?


Anfang April kostet die KWh 0,26€; Benzin 1,47; Diesel 1,32€ und Erdgas 1,16€ pro KG.
Bei einer Jahresfahrleistung von 15.000km/30.000km kämen somit folgende Kosten zusammen:

Elektro: 495€/991€
Benzin: 1160€/2263€
Diesel: 938€/1710€
Erdgas: 620€/1211€


Oder anders die Berechnung nach wie vielen Kilometern sich die Fahrzeuge gegenüber dem Wettbewerber lohnen (ohne Steuer):

Elektro gegenüber Benzin nach: 258.271km - also mehr als ein normaler Golf jemals gefahren wird. Bei Diesel und Erdgas ist die Bilanz noch fataler.

Diesel: Gegenüber dem Benziner erst nach über 100.000km. Aufgrund der hohen KFZ Steuer und der Gefahr in Umweltzonen zukünftig nicht mehr fahren zu dürfen, lohnt er nur bei Laufleistungen deutlich über 15.000km pro Jahr.

Erdgas: Amortisiert sich in etwa genauso schnell wie ein Diesel gegenüber dem Benziner. Genauso schnell macht er sich auch gegenüber dem Diesel bezahlt.





Für wen ist jetzt also welcher Antrieb geeignet. Der Elektroantrieb ist derzeit etwas für Idealisten und Optimisten. Aus heutiger Sicht lohnt er sich finanziell nicht. Selbst wenn die Benzinpreise steigen und der Preis für Ökostrom stagniert wird er sich kaum jemals finanziell lohnen. Dafür fährt man heute bereits ein Stück Zukunft und belastet die Umwelt viel weniger. Die Einfahrt in Innenstädte ist auf die nächste Zeit gesichert und möglicherweise steigt der Gebrauchtwert sogar, sofern Innenstadtzugänge beschränkt werden.

Finanziell lohnt sich für Wenigfahrer in erster Linie der Benzinmotor. Andere Antriebe bringen erst nach über 100.000km einen finanziellen Nutzen. Wer weniger als 15.000km pro Jahr fährt erreicht die erst sehr spät. Dafür sind Benziner auf dem Gebrauchtmarkt stabiler, da sie durch Auflagen weniger gegängelt werden. Großstadtbewohner müssen derzeit ihre alten Diesel mit hohen Abschlägen verkaufen.

Für Vielfahrer lohnt sich finanziell eindeutig der Erdgasantrieb. Er rentiert sich ungefähr genauso schnell wie ein Diesel - ist aber ab diesem Zeitpunkt auch dem Diesel voraus. Mittlerweile sind die Reichweitenprobleme durch große Tanks weitgehend im Griff. Der Tank hält in etwa für 350km. Was für gewöhnliche Fahrten völlig ausreichend ist. Der geringe Schadstoffausstoß ist selbst dem Benziner überlegen. Der Diesel wäre nur Kunden zu empfehlen die oft sehr weite Strecken am Stück fahren und so vom seltenen Nachtanken profitieren bzw. sehr oft ins Ausland fahren; da dort die Tankstellendichte noch niedriger ist.



Wer heute möglichst umweltfreundlich fahren möchte, sich dabei jedoch nicht einschränken will und keinen hohen Aufschlag zu zahlen bereit ist, sollte zum Erdgasfahrzeug greifen.


Montag, 31. März 2014

Verkehrsunfallstatistik

Auch 2013 fiel die Unfallstatistik auf einen neuen Tiefstwert von nur noch 3340 Todesopfern. Also erstmals ein Wert von weniger als 10 Toten pro Tag. Die Unfallzahlen bleiben jedoch seit Jahren relativ konstant.


Zeit sich mal genauer anzuschauen wo die Ursachen liegen. Die generelle Senkung der Mortalität ist vornehmlich der steigenden Sicherheit zu verdanken. Auch wenn sich so manch ein Unfall nicht verhindern lässt, werden Unfälle abgemildert und Verletzungen gar vermieden.

Dieses und viele andere Mechanismen sorgen schon seit Jahren für einen stetigen Rückgang der Unfallzahlen. Zu beachten seien hier Tempolimits, Alkoholgrenzen, aber auch technische Neuerungen wie Mobiltelefone. Dank ihnen sinkt die Zeit zwischen Unfall und Alarmierung der Rettungskräfte oft um mehrere - lebensrettende - Minuten.


Interessanter sind jedoch die Ursachen aktueller Unfälle und deren Opfer. Überraschenderweise ist nicht Geschwindigkeit die Ursache der meisten Unfälle mit Verletzten, sondern Abbiegeunfälle. Aber auch Alkohol ist mit 5% für mehr Verletzte verantwortlich als das Überholen. Ganze 80 Menschen starben vergangenes Jahr auf den Straßen durch Alkoholeinfluss. Der Hauptort für Verkehrstote sind Landstraßen. Hier wird mit recht hoher Geschwindigkeit gefahren, obwohl die Sicherheit wie auf der Autobahn nicht gegeben ist. Auf letzterer gibt es die wenigsten Verkehrstoten - selbst im Stadtverkehr sterben deutlich mehr. Man bedenke - ca. 11% sterben auf der Autobahn obwohl dort 1/3 der jährlichen Fahrleistung zurückgelegt wird. Hier ist das Risiko - entgegen der öffentlichen Wahrnehmung - also besonders gering.
Die Tempolimitdebatte kann man nicht eindeutig beantworten. 2012 kamen durch nicht angepasste Geschwindigkeit 179 Menschen auf der Autobahn zu tode (das ist fast die Hälfte aller Autobahntodesfälle). Eine an sich schon sehr niedrige Menge. Unklar wäre, wie viele der Unfälle durch ein Tempolimit vermeidbar wären. Auf Landstraßen ist die prozentuale Quote fast genauso hoch - trotz Tempolimit. Der Grund liegt hier in der Definition von "unangepasste Geschwindigkeit". Dies sind 230km/h genauso wie 100km/h wo 80 erlaubt sind oder selbst 120km/h in Bereichen ohne Tempolimit aber starkem Regen. Die Quote an Hochgeschwindigkeitsunfällen dürfte unter dieser Menge weniger als die Hälfte der Fälle ausmachen.

Auf Landstraßen sind Hauptursache in Verbindung mit überhöhter Geschwindigkeit Kurvenunfälle und Baumunfälle.

Nun zu der Frage: Wer stirbt eigentlich?

Nur die Hälfte sind PKW-Insassen. Der Rest geht fast komplett auf Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer. Die Altersgruppen überraschen auch. Während die Gruppe der Senioren seit Jahren stagniert, sterben immer weniger Fahrer unter 25 Jahren. Präventionskampagnen scheinen Wirkung zu zeigen.

Samstag, 8. Februar 2014

Citroen C4 Cactus

Das bisher mutigste Auto des Jahres hat diese Tage Citroen vorgestellt. Mit dem neuen C4 Cactus möchten die Franzosen ein, nach ihrer Aussage, neues Auto für das Volk bauen - ganz im Sinne der seligen Ente.

Was ist so besonders an dem Auto?

Zunächst mag man an das Design denken. Der Wagen wurde nahezu 1:1 vom Konzeptfahrzeug übernommen und sieht sehr nach Studie aus. Mit ungewöhnlichem Design spielen aber viele rum. Auch der Preis des Wagens, der sich zwischen Kleinwagen und Kompaktklasse bewegt, ist zwar sehr gut... aber wird von Dacia auch zukünftig weiterhin unterboten.

Besonders ist das Grundkonzept des Autos. Citroen hat mal das umgesetzt was so viele Kunden in diversen Kommentaren immer fordern. Ein einfaches Auto ohne Schnickschnack. Es soll lange halten und niedrige Reperaturkosten haben. Außerdem soll es sich von allen anderen Marken abheben, sparsam sein und billig.
Der Voraussichtliche Basispreis von 13500€ ist sehr niedrig. Einfach ist es auch. Der Innenraum hat nur das Nötigste und ist trotz allem stilvoll gestaltet. Ein paar nette neue Ablagen gibt es. Dennoch ist der Innenraum eher unspektakulär. Besonders ist tatsächlich das Gewicht und die Außengestaltung. Durch Weglassung aller möglicher unnötigen Teile konnte das Gewicht auf sensationelle 965KG gedrückt werden - die Konkurrenz hat 200-400kg mehr Gewicht. Dadurch kann man kleine Motoren verwenden und durch die neutrale Auslesgung auch ein simples Fahrwerk bauen. So spart man weiter. Nicht nur am Gewicht, sondern auch am Verbrauch. Der sparsamste Diesel soll trotz 100PS nur 3,1L Diesel verbrauchen und wäre somit der sparsamste Diesel auf dem Weltmarkt.

Im Außenbereich verbaut man zum einen viel Kunststoffbeplankungen und sogenannte "Airbumps" die dank Luftpolstern das Auto vor Beulen schützen. Die Sorgen in Parkhäusern dürften entfallen.


Also ein sensationelles Fahrzeug. Günstig in der Anschaffung; sparsam im Verbrauch und billig in der Reperatur. Dennoch habe ich Zweifel an einem großen Erfolg dieses Autos. Theoretisch wäre es genau das was Citroen Kunden wünschen. Nur zwischen Wunsch und Realität liegen gerade beim Autokauf oft Welten. Die ganzen Wünsche gibt es schon lange... die Fahrzeuge auf den Topplätzen der Zulassungsstatistik besagen aber das genaue Gegenteil. Erfolg wäre Citroen allein für diesen Mut zu wünschen. So recht glauben mag ich daran aber nicht.

Montag, 27. Januar 2014

Die Kritik am ADAC ist richtig

Derzeit steht der ADAC in starker Kritik. Korruption, Manipulation und vieles mehr wird ihm vorgeworfen. Währenddessen stellen sich viele Mitglieder hinter den Verein. Es sei ein normaler Verein und die Vorgänge nicht verboten.


Genau hier liegt jedoch der Grund für die Kritik. Wenn ein Geschäftsführer eines Großkonzerns sich durch die Gegend fliegen lässt, ist das etwas anderes als bei einem Vereinspräsidenten der sich als auch immer wieder als Verein darstellt. Der ADAC legt großen Wert auf den Status der Vereinigung und spielt sich in der Öffentlichkeit als Vertreter der Belange der Autofahrer auf. Immer wieder wird auf die enorme Menge der Mitglieder verwiesen für die man spreche. Da erscheint es unpassend zu Veranstaltungen zu fliegen - auf Kosten der Mitglieder die oft nur Pannenschutz wünschen.

Jetzt zeigt sich für welch kleinen Kreis der ADAC wirklich spricht. Bei der Wahl zum Gelben Engel nahm kaum jemand Teil. 3400 Stimmen für das Siegerauto erscheint wenig, wenn man bedenkt, dass allein Volkswagen hat mehr Standorte als Wähler stimmen abgegeben haben. Es müsste nur an jedem Standort der Chef abstimmen um den Wahlausgang zu ändern. Werksmitarbeiter sind hier gar nicht eingerechnet. Viel mehr noch, die ADAC Mitglieder scheint es gar nicht zu interessieren was jetzt das Lieblingsauto werden soll. Bei so wenig Beteiligung ist fraglich ob der ADAC überhaupt im Namen seiner Mitglieder sprechen kann.

Generell verliert der ADAC an Glaubwürdigkeit. Wie soll man seine Mitglieder beraten, wenn man selbst Wettbewerber auf dem Markt ist? Ein Autoreifentest wird schwierig wenn Continental größter Werbepartner ist. Autoversicherungen? Der ADAC berät, ist aber gleichzeitig selbst Anbieter. Fernbusse? Der ADAC versucht gerade durch Preisdumping die Konkurrenz vom Markt zu drängen. Faire BEratung also unmöglich. Da der ADAC mittlerweile alles vom Pannenschutz bis zur Autovermietung anbietet, kann er somit gar nicht im Namen seiner Mitglieder sprechen ohne Eigeninteressen dabei zu verfolgen.

Der ADAC sollte die Konsequenz ziehen und vom Status eines Vereins auf die einer Gesellschaft umsteigen. Das wäre den Kunden gegenüber nur fair.