Samstag, 9. März 2013

Qoros 3 - China hat gelernt

Dieser Tage wird auf dem Genfer Automobilsalon der neue Qoros CQ3 vorgestellt. Ein neuer lang geplanter Vorstoß eines chinesischen Automobilbauers.

Hier zeigt sich wieviel die Chinesen gelernt haben im Vergleich zu den in der Vergangenheit in Deutschlands präsentierten Fahrzeugen. Dazu später mehr.

Entgegen der Behauptungen in den Medien ist Qoros keine Gefahr für VW. Dies wird deutlich wenn man sich die Marktaufteilung in Deutschland anschaut (genannt jeweils nur die wichtigsten Marken).

Im Premium-Segment kämpfen Mercedes, BMW und Audi um die Spitze. Die Kunden wollen das beste Auto und sind bereit unverhältnismäßig viel Geld dafür zu zahlen.

Während in der gehobenen Mittelschicht Volkswagen ganz vorne steht. Hier geht es um die subjektive Solidität der Fahrzeuge. Wer etwas Geld sparen will greift in diesem Segment zu Opel oder Ford.

Mit diesen steigt man bei den Schnäppchenjägern auch wieder ein. Also Käufer die ihr Auto eher nicht aus emotionalen Gründen kaufen, sondern eher nach einem guten Preisleistungsverhältnis suchen. Hier zieht man Peugeot, Renault, Citroen und Fiat gerne Opel und Ford vor, da sich so nochmals eine spürbare Summe einsparen lässt. In genau dieses Segment stießen in den vergangenen Jahren auch Kia und Hyundai und sorgten so zusammen mit der schwachen Konjunktur für große Aufruhr in dem Segment. Aufgrund der geringen Kundentreue wanderten viele zu den koreanischen Marken ab. Genau dies ist auch bei Qoros zu befürchten. Sie sind so also keine Gefahr für VW - könnten aber der Todesstoß für den PSA-Konzern sein.
Vorausgesetzt sie machen alles richtig.

Was alles falsch gemacht wurde sah man in der Vergangenheit. So wurden mit den Brilliance-Fahrzeugen Mittelklasselimousinen mit stark gehobener Ausstattung aber rückständiger Technik, Sicherheit und Verarbeitung auf den Markt geworfen. Dieser Fahrzeugtyp ist sowieso in Deutschland kaum gefragt. Familien wählen Vans oder zumindest praktische Kombis und Besserverdiener schielen eher auf die Premiummarken. Noch dazu ist der Leasinganteil in dem Segment enorm. Noch dazu ist in dieser Fahrzeugklasse die Kompromissbereitschaft nicht sehr hoch - für die Einsparung von ca. 2000€ zum billigsten Konkurrenten will keiner auf moderne Standards verzichten.

Bislang macht Qoros es besser. Die neuen Fahrzeuge werden der preissensibleren Kompaktklasse zugeordnet. Hier sind die Kunden weniger loyal und auch eher bereit über vereinzelte Mängel hinweg zu sehen. Noch dazu stimmen Design und Verarbeitung. Unklar ist bislang lediglich Fahrverhalten, Motor und Sicherheit. Werden hier klassenübliche Werte erreicht, steht dem Erfolg nichts mehr im Weg.
Der Preis muss etwas niedriger als bei Kia sein und sie sollten neben den Derivaten in der Kompaktklasse (Kombi, Fließheck, SUV) schnell noch einen Kleinwagen nachschieben - hier ist das Verlangen nach neuen günstigen Marken noch viel größer.

Bedenklich ist derzeit jedoch die Strategie den Wagen erst 2015 nach Deutschland zu bringen. Dies könnte bei den anspruchsvollen deutschen Kunden zu spät sein. Das Auto kann heute technisch mit der Konkurrenz noch mithalten - bei einem Marktstart in 2 Jahren besteht die Gefahr ein veraltetes Fahrzeug auf den Markt zu bringen und so den Markenstart in Westeuropa zu verfehlen.


Es bleibt spannend. Insbesondere da dies das Ende einiger europäischer Marken bedeuten könnte, die Qoros nichts mehr entgegen zu setzen hätten.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Neuer Golf oder gebrauchte S-Klasse?

Der Gebrauchtmarkt lockt mit interessanten Angeboten. Schnöder neuer Golf oder lieber Luxuslimousine?

Zum Vergleich:
VW Golf Trendline; 105PS 1.2TSI; Klima; Radio; Metallic-Lackierung; Einparkhilfe; 4-Türen und schon sind 22.000€ laut Liste zusammen. Noch nicht mal Alufelgen sind drin. Ein absoluter Standard-Golf. Man vergesse nicht die obligatorischen 10% Rabatt und es bleiben 20.000€ für ein neuen Kompaktwagen.

Und selbst wenn man 30.000€ ausgibt ist man immer noch weit von der Vollausstattung entfernt.

Verlockend erscheint da eine Mercedes S-Klasse, S500 - 388PS, V8 Benziner; Baujahr 2006; 170.000km. Dafür aber mit Vollausstattung. Xenon-Scheinwerfer; Nachtsichtgerät; Luftfederung; Ledersitze usw. usw.
Und das alles für 20.000€!


Eine Ausstattung wie sie im Golf nicht zu bekommen wäre. Nimmt man alternativ 30.000€ an bekommt man 3jährige Modelle mit ca. 100.000km.

Was spricht dafür?
Der Luxus! Diese Limousinen haben einen Neupreis von ca. 100.000€. Welcher Normalverdiener könnte sich ein solches Auto jemals leisten? Ein unerreichter Fahrkomfort und moderne Assistenztechnik von der andere noch träumen. Dazu Leistung im Überschuss und eine seidenweiche Automatik!

Was dagegen?
Die Folgekosten. Versicherung und Steuer sorgen noch für Unmut, sind aber noch halbwegs zu stemmen. Wenn etwas kaputt geht wird man jedoch schnell arm. Die Bremsscheiben kosten mal eben das drei- bis vierfache. Auch andere Verschleißteile gehen so richtig ins Geld. Wenn dann eins der vielen Steuergeräte kaputt geht kann der freie Autoschrauber auch nicht mehr helfen - dann geht es zur Mercedes-Werkstatt und man ist schnell vierstellige Summen los. Auch wenn solche Autos als qualitativ hochwertig gesehen werden, gehen auch an einer S-Klasse 170.000km nicht spurlos vorbei. Folgereperaturen sind nicht auszuschließen.
Und dann kommt da noch der Verbrauch dazu. Ein S500 ist kaum unter 13l Super zu bewegen und auch der kleine S320CDI braucht immer noch über 9l Diesel bei sparsamer Fahrweise. In der Kompaktklasse ist die Hälfte üblich.


Fazit
Wer also wirklich den Luxus vorzieht sollte nicht knapp kalkulieren und lieber ein paar Tausend Euro auf der hohen Kante liegen haben. Wer sich der Risiken bewusst ist hat die Chance großen Luxus zum recht kleinen Preis zu bekommen.

Dienstag, 19. Februar 2013

Rückläufiger Absatz auf dem europäischen Fahrzeugmarkt.

Gerade wurde wieder eine Meldung von der ACEA (der Verband der europäischen Automobilbauer) herausgegeben. Der europäische Automobilmarkt schrumpft spürbar (ca- 9%). Das liegt hauptsächlich an den schwächelnden südeuropäischen Staaten (stellenweise -16% gegenüber dem schon sehr schwachen Vorjahr). Aber jetzt hat es auch den bislang stabilen deutschen Markt erwischt. Die Neuzulassungen sanken um 11%.

Besonders stark leiden in Deutschland Opel und Ford. Noch schlimmer trifft es Fiat und den PSA Konzern (Peugeot&Citroen). Natürlich sind auch die anderen duetschen Marken betroffen - aber deren Märkte sind etwas stabile und außerdem sind sie in außereuropäischen Wachstumsmärkten sehr aktiv.

Das Problem liegt aber keineswegs nur in der Wirtschaftskrise, sondern hat noch zusätzlich ganz andere Ursachen:

Wir haben seit einigen Jahren eine Sättigung auf dem europäischen Automobilmarkt. Die Bevölkerung wächst nicht und die meisten Haushalte haben bereits Autos. Es wird also immer schwerer Menschen zu finden die bislang kein Auto hatten und sich jedoch eins leisten könnten. Zulassungszuwächse von 59% wie in China sind in Europa schlicht unmöglich.

Die Absatzzahlen sind davon unberührt aber die europäischen Hersteller leiden sehr unter der verstärkten Konkurrenz. Noch vor 10 Jahren war der Markt klar und verständlich aufgeteilt. Es gab die 3 Premiumhersteller, wem das zu teuer war der kaufte ein Auto der drei deutschen Mittelpreisanbieter. VW war etwas teurer... Ford und Opel ein wenig günstiger. Ein paar kauften aus Nonkonformismus Japanische oder Skandinavische Autos und wem das Geld für einen Opel fehlte der kaufte südeuropäische Fahrzeuge. Fiat, Renault und Peugeot galten zwar als qualitativ schlechter, aber dafür konnte man beim Neukauf ein paar Tausend Euro sparen. Nur genau dieses Feld wurde aus zwei Richtungen gestört - und zwar von Dacia und Hyundai/Kia. Erstere greifen die Pfennigfuchser ab; also die Leute die das billigste Auto suchen. Also Kunden die früher z.B. einen Fiat Punto kauften. Schwerer wiegend die Einschnitte seitens der koreanischen Konkurrenz. Die Autos entsprechen dem europäischen Geschmack und sind technisch auf einem Niveau mit der Konkurrenz - nur sind sie erheblich billiger. Wem also heute ein VW zu teuer ist, der greift eher zu einem Koreaner, denn ein Peugeot kann nicht mehr als das koreanische Pendant - ist aber spürbar teurer.

Die Haltbarkeit der Autos steigt zusätzlich. Noch in den 90er Jahren war es normal, dass wem ein Auto nach einigen Jahren wegrostet. Für einige Marken war schon bei 5 jährigen Autos Rost ein Thema. Das Rostproblem ist jedoch mittlerweile weitgehend gelöst. Man kann die Autos prinzipiell sehr lange fahren; was dann auch passiert. Man sieht heute auf den Straßen sehr große Mengen an mehr über 10 Jahre alten Autos - stellenweise sogar älter als 20 Jahre. Nur ein paar Beispiele: Der Mercedes 190 ist 20-30 Jahre alt und im Alltag noch oft sichtbar. Auch der Golf 3 und der Ford Escort haben ihre 20 Jahre schon erreicht und man sieht sie immer noch regelmäßig im Straßenverkehr. Selbst der täglich zusehende Golf IV ist über 10 Jahre alt. Dadurch sinkt natürlich auch die Nachfrage nach Neuwagen wenn der alte Wagen jetzt länger genutzt werden kann.

Ein wichtiger Faktor ist die Urbanisierung und die Umdeutung des Autos zum Fortbewegungsmittel und nicht zum Statussymbol. Immer mehr Menschen wohnen in Großstädten und brauchen somit kein Auto mehr - oder zumindest weniger. Genauso gehört es mittlerweile für junge Menschen nicht mehr dazu ihr ganzes Geld in ein Auto zu stecken. Unterhaltungselektronik und Urlaube sind da wichtiger geworden. Dies fördert einen anderen Umgang mit den Autos. So reicht dann auch ein älterer Gebrauchtwagen und es muss nicht mehr das ganze Geld in ein Neufahrzeug gesteckt werden.


Alles in Allem wird sich der Automarkt zwar sicher wieder entspannen - da derzeit aufgrund des Preiskampfes eine abwartende Haltung in der Bevölkerung spürbar ist. Aber Große Zuwächse sind nicht mehr zu erwarten. Allein weil der Prozess bei jungen Menschen weg vom Privat PKW hin zum ÖPNV und dem Carsharing weiter zunehmen wird.

Freitag, 1. Februar 2013

Das Potential der Elektroautos

Der Hype um Elektroautos lässt mittlerweile spürbar nach. Grund ist die trotz stetig steigendem Angebot die weiterhin niedrige Nachfrage. Erklärbar ist sie durch zu geringe Praxistauglichkeit und dem sehr hohen Preis.

Es kommen jedoch źusätzliche hemmende Faktoren hinzu. Das Wasserstoffauto, das die Reichweitenprobleme der bisherigen Fahrzeuge lösen soll wird mit Sicherheit noch einige Jahre auf sich warten lassen. Real erscheint ein Einsatz in Serienproduktion um 2020 realistisch. Bei Batterieelektrischen Fahrzeugen ist das Angebot schlecht. Man schaue sich das derzetige Angebot an:

Brauchbare vollelektrische Fahrzeuge sind derzeit nur der Smart ED, Renault Twizy, Renault Kangoo Z.E, Nissan Leaf und bedingt auch der Mercedes Vito E-Cell.
Der Nissan Leaf ist für die Stadt allerdings schon recht groß, während der Twizy zwar ein lustiges Gefährt ist, jedoch keinen vollwertigen Autoersatz stellen kann.

Genau da fehlt es. Für die Stadt werden Kleinwagen und leichte Nutzfahrzeuge benötigt. Der Smart ED macht seine Sache gut - deckt jedoch nicht alle Bedürfnisse ab. Unternehmen wie Pflegedienste oder Kleinfamilien benötigen etwas größere Kleinwagen. Am besten wäre da ein Modell der 4m Klasse. Dies fehlt derzeit komplett.
Im Nutzfahrzeugsegment sieht es viel schlimmer aus. Auch hier ist der Kangoo Z.E eine gute Wahl - jedoch für viele Unternehmen viel zu klein. Benötigt würden Kleinstransporter in der 3t- (z.B. VW T5) und 3,5t- Klasse (z.B. Mercedes Sprinter). Geradehier fehlt das Angebot und es ist auch keine Besserung in Sicht.
Das einzige Angebot ist hier der Mercedes Vito E-Cell. Mit nur 60kw/82PS ist er für seine Größe hoffnungslos untermotorisiert. Nun gut in der Stadt kommt man darüber hinweg. Dramatisch sind allerdings die Rahmenbedingungen was die Reichweite angeht und hier zeigen sich die technischen Grenzen an denen alle größeren Batterielektrischen Fahrzeuge scheitern werden. Unter Optimalbedingungen hat der Vito eine Reichweite von 130km (die wird auch nur durch die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit erreicht). Bei Beladung, sowie im Winter kann die auch unter die Hälfte der angegebenen Distanz schrumpfen. Unter 60km pro Tag bleiben allerdings nur wenige Unternehmen die ganztägig in der Stadt unterwegs sind. Man könnte sicher in Zukunft eine stärkere Batterieverbauen - nur lässt die sich nicht mehr laden. Selbst am Starkstrom braucht der Vito für die Ladung seiner 32kW/h Batterie noch 5h. An einer normalen Steckdose sind es mindestens 10 Stunden. Eine Ladung kann also nur über Nacht erfolgen. Eine weitere Vergrößerung des Akkus wird somit unmöglich. Der Vito bräuchte 40-50kW/h um gut nutzbar zu sein. Allerdings setzt das eine Ladung von über 13h voraus. Beim Einsatz im Sprinter müsste man 50-60kW/h kalkulieren. Mit bis zu 20 Stunden ladezeit wäre der Transporter dann jedoch nicht mehr täglich einsetzbar. Und hier betrachten wir immer noch nur die Kapazitäten fürs urbane Umfeld. An die Verwendung in LKW ist sowieso nicht zu denken - die Ladezeit würde hier mehr als einen Monat betragen.

Letztendlich wird man im Kleinwagensegment aufgrund des sehr hohen Wirkungsgrad in den kommenden Jahren verstärkt Akku-Autos kaufen können. Aufgrund der steigenden Kraftstoffpreise werden diese auch immer lohnenswerter. Allerdings wird man bei Fahrzeuggrößen aber der Kompaktklasse auf die Einführung der Brennstoffzelle warten müssen.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Opel - Ein Abgesang

Warum Opel verschwinden wird. OPEL war einst eine der bedeutendsten Marken auf dem deutschen Autombilmarkt. Während Volkswagen neue Fahrzeuge verpasste und immer weiter den Käfer baute, bot Opel in den 60er und 70er Jahren die besseren Modelle an. Opel war die Marke für den Normalbürger mit bereits etwas gehobenen Ansprüchen. Nur ab dem Beginn der 1990er Jahre ging es permanent bergab. Unter Lopez litt die Qualität der Fahrzeuge... Rost bereits bei sehr jungen Fahrzeugen war keine Ausnahme. Zwar konnte die Qualität wieder auf Konkurrenzniveau gesteigert werden, aber zahlreiche weitere Managementfehler folgten. Dazu gehören auch die Irrungen im Premiumsegment (Opel Omega B), was zur Marke überhaupt nicht passt. Genauso wurde vom GM Management eine Ausbreitung auf außereuropäische Märkte verhindert - also da wo heute die größten Wachstumsraten anzutreffen sind. Nicht zuletzt schadet man Opel durch die konzerneigene Konkurrenz Chevrolet, die Opel-Modelle für erheblich weniger Geld verkaufen. Am dramatischsten sind die Mängel beim Produktangebot. Man betrachte die Trends in den jeweiligen Baureihen und Technologien und was Opel dazu zu bieten hat.  

Kleinstwagen: Lange Zeit hatte Opel Angeboten wie dem Toyota Aygo oder Renault Twingo nichts entgegen zu setzen. Also ein kleiner Stadtwagen bis zu 3,5m länge und einem Einstiegspreis spürbar unter 10.000€. Als Feigenblatt nahm man den Suzuki Wagon R/Splash ins Angebot - ein Ladenhüter. Bis auf das Markenlogo und einzelne Motoren absolut identisch mit dem Suzuki und zu sehr hohen Preisen auf dem Markt. Da ist die Konkurrenz in Form des Fiat Pandas erheblich billiger. In diesem Segment sind schon wenige hundert Eruo kaufentscheidend - wenn es dann gleich mehrere Tausend sind, lassen sich die miesen Verkaufszahlen erklären. 2012 hat Opel den Adam nachgeschoben. Ein "hipper" Kleinstwagen als Konkurrenz zum Fiat 500 und genauso hohen Preisen. Kein Volumenmodell, jedoch gut durchdacht. Allerdings viel zu spät.

 Kleinwagen: Der Opel Corsa. Ein Garant für gute Verkaufszahlen seit jeher. Auch das aktuelle Modell verkauft sich hervorragend und dürfte für Opel eine Menge Geld abwerfen.  

Kompaktklasse: Der Astra verkauft sich. Er ist kein schlechtes Auto, kann aber auch nichts besser als die Konkurrenz. Trotz enormer Abmessungen ist der Platz im Innenraum nicht besser als im erheblich kleineren und ca. 150kg leichteren Golf. Er kann auch nicht mit irgendwelcher Technik glänzen die ein Konkurrenzmodell nicht hätte. Insgesamt also ein mittelmäßiges Angebot.  

Mittelklasse: Auch der Insignia verkauft sich.. mittlerweile auch eher schleppend. Auch dieses Fahrzeug ist für den gebotenen Innenraum viel zu groß. Dazu kommen hohe Verbräuche und ein total verbauter Innenraum. In der Klasse notwendige Innovationen fehlen.  

Vans/Kastenwagen/Sportwagen/SUV: Hier patzt Opel richtig. Die Bereiche in denen Opel einst führend war verlieren sie gerade. Neue Nischen bleiben unbesetzt oder werden nur halbherzig gefüllt. Der Zafira A war ein Verkaufsschlager, neben dem Renault Scenic war er der einzige Minivan in der Klasse. Mit seinem überragenden Sitzkonzept und der hervorragendenen Ergonomie konnte er bei den Kunden punkten. Nur seitdem kommt nicht mehr viel. der Zafira C ist genauso wie Insignia und Astra viel zu groß für den gebotenen Innenraum. Neuerungen die die Konkurrenz nicht hätte sind Fehlanzeige. Selbst der mittlerweile uralte VW Touran verkauft sich besser.

Bei den ganz kleinen verkauft sich der Meriva B immer noch gut. Neben dem Corsa ist er das einzige empfehlenswerte Modell im Programm.

Bei Vans muss Opel passen. Als Konkurrenz zum VW T5 kann Opel nur den Vivaro bieten - ein erfolgloser Renault Transporter mit Opel-Logo.
Der Trend der kleinen Kastenwagen (Skoda Roomster, VW Caddy) wurde verschlafen. Zwar hat Opel den Combo im Programm, der war jedoch lange nicht auf Familien zugeschnitten und der Combo C ist lediglich ein umgelabelter Fiat Doblo.

Bei den SUV - das Segment mit den größten Zuwächsen - hat Opel wieder nichts im Angebot. In den Listen steht der Antara... ein schlecht verarbeiteter Chevrolet zu sehr hohen Preisen und enormen Verbräuchen. Neu ist lediglich der Mokka... wobei es den für weniger Geld als Chevorlet gibt.  

Effizienz: Einen sparsamen Ruf haben die Opelmotoren leider auch nicht. Der Verbrauch ist meist etwas höher als bei der Konkurrenz. Moderne Automatikgetriebe fehlen genauso oft wie Start/Stopp-Automatiken. Als alternative Antriebe propagiert Opel in erster Linie den Erdgasantrieb. Voll-Hybride hat Opel genauso wenig wie Elektroautos im Angebot. Einzig einen Plug-In Hybrid - den Ampera - kann man kaufen. Wobei auch dieser ein Chevrolet mit Opel-Logo ist. Auch dieses Fahrzeug ist ein Ladenhüter, da nicht auf den europäischen Markt zugeschnitten und viel zu teuer - wer zahlt ca. 50.000€ für einen Opel in Kompaktklasseformat? Das sind über 10.000€ Aufpreis zum Plug-In Prius von Toyota.



Um Opel zu retten müsste man nahezu alle Baureihen umgehend überarbeiten. Neue Motoren sowie Leichtbau müsste Einzug halten und pfiffige Innovationen wären Pflicht. Da diese Sanierung Milliarden beanspruchen würde, erscheint Opels Pespektive aussichtslos. Schade um eine deutsche Automobilmarke.

Samstag, 27. Oktober 2012

Veränderung der Autopreise seit 1990

Oft hört man die Forderungen nach günstigen Autos, da man sich die mordernen Fahrzeuge nicht leisten könne.

Daher möchte ich mal einen Vergleich aufstellen was die Fahrzeuge 1990 und heute kosten und wie sich die Löhne währenddessen verändert haben.

Vergleichen wir mal die deutschen Durchschnittlöhne von 2011 - also 2675€ und 1990  mit 3496DM im Deutschnitt.

Wir haben also schonmal eine deutliche Lohnsteigerung. Wenn man ganz extrem rechnen möchte wäre ich hier mit der Beweisführung am Ende. Einen Dacia Sandero gibt es für 6790€. Das sind weniger als 3 Durchschnittsgehälter. Mir ist kein Auto bekannt, dass es damals für weniger Geld gegeben hätte.

Wir können es uns gerne auch aufwendiger machen.

Vergleichen wir mal die Modelle der Marken intern.
Ein Opel Corsa kostet 2012 mindestens: 11825€
1990 kostete der Kadett E (der ist sogar etwas kleiner als der heutige Corsa!) 22395DM.

Für den Corsa werden heute also mindestens 4,5 Monatsgehälter fällig, während man für den Kadett 6,4 Monatsgehälter aufbringen musste. Das heute deutlich höhere Rabattniveau ist da noch gar nicht eingerechnet.

Vergleichen wir noch den 2012er Polo mit dem 1990er Golf II. Beim Polo bist du mit 12450€ dabei. Für den Golf 2 finde ich nur das schon etwas gehobene GL Modell... da hat 20700DM gekostet. Wir bewegen uns also bei 4,6 bzw. 5,9 Durchschnittsgehältern.

In beiden Fällen sind die Fahrzeuge von den Abmessungen her identisch. Die Motorleistung ist sogar ähnlich, nur die neuen Modelle verbrauchen weniger Kraftstoff und haben weit mehr Ausstattung. Durch die hohen Rabatte sind moderne Autos noch günstiger.




Es gibt sogar noch recht einleuchtende Gründe weshalb uns die Preise heute als so hoch erscheinen.

1. Die Gehälter sind zwar gestiegen, allerdings hat sich die Verteilung verändert. Wer will kann das mit dem eigenen Monatsgehalt von 1990 und 2012 mal nachrechnen wieviele Monatsgehälter man für einen Golf bzw heute Polo brauchen würde.

2. Unser Konsum hat sich verändert. 1990 haben die Kunden noch viel nachhaltiger gekauft. Das Auto war das ultimative Statussymbol in das es galt Geld zu versenken. Viele andere Konsumbereiche waren schwächer oder gar nicht vertreten. Gut Urlaube gab es auch damals... aber tendenziell billigere.
Viele mittelgroße Anschaffungen im Haushalt haben sich hingegen dramatisch verändert. Ein 600€ teures Iphone gab es 1990 ganz einfach noch nicht. Genauso waren PCs in Privathaushalten eher eine Seltenheit. Man braucht also nur schauen wieviel Geld wir jährlich für Mobilfunk, PC und die zugehörigen Verträge ausgeben. Diese Summe steht uns für einen PKW nicht mehr zur Verfügung (zur Erinnerung: Die Reallöhne sind nunmal nicht wirklich gestiegen).
Wir haben zwar auch schon früher neue Fernseher... Sofas und Küchen gekauft. Nur geschieht dies heute weit öfter. Die Verweildauer dieser Produkte im haushalt hat sich in manchen Produktkategorien mehr als halbiert (z.B. Fernseher). Da geht eine ordentliche Summe jährlich für drauf. Auch diese steht für den PKW, der als Statussymbol bedeutung verloren hat, nicht mehr zur Verfügung.
So ganz nebenbei sind die Untehraltskosten für das Auto explodiert... nur können dafür die Hersteller nichts...

Sonntag, 21. Oktober 2012

Supercaps

Ein neuer Trend in der Automobilbranche sind die Supercaps genannten Superkondensatoren. Eingesetzt werden sie erstmals im neuen Mazda 6.

Kondensatoren können elektrische Energie viel schneller als herkömmliche Akkumulatoren speichern. Gleiches gilt auch für die Energieabgabe. Desweiteren sind sie fast beliebig oft ladbar und recht temperaturresistent. Der Nachteil besteht in der recht schnellen Selbstentladung.

Im Automobilbau wären die Supercaps eine kostengünstige Alternative für Hybridfahrzeuge. Die Bremsenergie lässt sich schnell einspeichern und genauso schnell wieder abgeben. AUch für herkömmliche Autos sind die Kondensatoren eine gute Zusatzoption. So kann der Motor bereits beim heranrollen an die Ampel abgeschaltet werden und die elektrischen Verbraucher werden weiterhin mit Strom versorgt. Dadurch ließe sich gerade im Stadtverkehr viel Geld einsparen.
Die Li-Ion Akkus der Elektroautos lassen sich jedoch nicht damit ersetzen. Schon nach wenigen Tagen wären die Kondensatoren leer. Bei Brennstoffzellenfahrzeugen dürften die Kondensatoren dennoch eine interessante Ergänzung sein.

Aufgrund der niedrigen Preise ist eine Ausbreitung im Automobilmarkt zu erwarten und kann begrüßt werden.