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Donnerstag, 25. Juni 2015

Was kostet ein Verkehrsweg eigentlich?

Die Vergleiche zwischen verschiedenen Baukosten sind schwer ziehbar. Je nach Berechnung werden nur direkte Baukosten oder auch mit Planungskosten angegeben. Nie dabei sind restliche Bürokratiekosten.

So kostet der Kilometer Autobahn im Schnitt 11 Millionen Euro. Mit allen Nebenkosten sind es tatsächlich allerdings 27Millionen.
Die Baukosten für eine Bundesstraße liegen im Schnitt bei knapp 6 Millionen Euro je Kilometer.

Die Kosten schwanken regional natürlich stark. Je nach Bauart und Lage kann es zu massiven Verteuerungen kommen. Insbesondere Brücken oder Ausgleichsleistungen kommen sehr teuer.


In Bayern schwanken die Kosten für eine Ortsumgehung ähnlich wie überall sonst stark. Das bewegte sich in den vergangenen Jahren zwichen 2 Millionen (bei 5000 Fahrzeugen täglich) bis über 6 Millionen Euro für eine Umgehung mit erwarteten 32.000 Fahrzeugen am Tag.



Da stellt sich die Frage was ein Radweg kostet.
Der ADFC kommt auf 123.000€ je Kilometer. Das ist dann jedoch nur ein recht schmaler (1,5m +1m Bankett) Radweg. In Bayern kam man für einen etwas größeren Radweg auf 219.000€/km.
Oder anders gesagt: Man bekommt 10km luxuriösen Fuß- und Radweg zum Preis eines Kilometers sehr schmaler Straße.


Hier zeigt sich wie die Verkehrsministerien bis heute den Bau von Radwegen vernachlässigen. Man eröffnet gerne neue Umgeheungsstraßen. Radwege sind jedoch viel zu teuer. Für die derzeitigen Kosten der Ortsumgehung Freiberg  könnte man 500km Radwege durch ganz Sachsen bauen.

Montag, 2. Februar 2015

Tempo 80 auf Landstraßen

Derzeit bringen Verkehrsexperten den Vorschlag des Tempo 80 auf Landstraßen ein:
http://www.zeit.de/mobilitaet/2015-01/tempolimit-landstrasse-unfallforschung

Generell gibt es viele Debatten derzeit um die Verkehrssicherheit im Bezug auf Straßen. Den einzelnen Themen möchte ich mich an dieser Stelle widmen:


Land- und Bundesstraßen:
Die normalen Landstraßen sollen statt bisher Tempo 100 in Zukunft auf Tempo 80 reguliert weren. 100km/h wären dann nur noch auf Ausbaustraßen erlaubt.
Langfristig wünscht man sich dreispurige Bundesstraßen (auch 2+1 System genannt) - auf denen wären dann auch 100km/h erlaubt.

Das Tempolimit ist in meinen Augen eine Fehlentscheidung. Eine Reduktion der Verkehrsunfälle dürfte gering ausfallen. Schuld ist tatsächlich fast immer fahrerisches Unvermögen. In knapp der Hälfte der tödlichen Verkehrsunfälle ist überhöhte Geschwindigkeit die Ursache. Der Rest sind andere Fahrfehler (Vorfahrtsmissachtung, Überholfehler, Alkohol am Steuer).
Wie viele Unfälle vermeidbar wären ist unklar. Überhöhte Geschwindigkeit kann bedeuten über den erlaubten 100km/h gefahren zu sein - oder schneller als ein lokales Tempolimit. Letzteres würde durch die neue Regelung jedoch nicht beeinflusst. Genauso bedeutet überhöhte Geschwindigkeit bei Eisglätte 60km/h zu fahren - selbst wenn 100 erlaubt wären. Wirksam kann die Änderung des Limits also nur auf nicht ausgebauten Straßen mit einem Tempolimit von 100km/h sein und auch dort nur bei gutem Wetter. Der versprochene Rückgang der Unfälle um 30% ist dadurch allein statistisch unmöglich.
Der gedankliche Ausgangspunkt ist in meinen Augen der Fehler. Anstatt die Frage zu stellen wie man die Sicherheit der Straße erhöht, möchte man das Tempo senken.
Viele der Unfälle entstehen auch dadurch, dass Straßen kaum Sicherheitsvorrichtungen haben. Das sind beispielsweise Leitplanken in Kurven und baumreichen Gebieten oder ein befestigter Fahrbahnrand der ein leichtes Abkommen der Straße folgenlos lassen würde. Gleiches gilt für Schlaglöcher und andere Straßenschäden. Eine Entschärfung solcher Problemstellen würde die Unfallzahlen viel stärker senken - da davon bei jeder Geschwindigkeit profitiert würde.
Der Trend zum 2+1 System ist zu begrüßen, wird jedoch leider nur sehr selten angewandt.


Autobahnen:
Ein Tempolimit für 130km/h wird immer wieder eingebracht. Es gibt bis heute jedoch kein stichhaltiges Argument dafür. Sicherheitsaspekte konnten nie belegt werden. Auch haben andere Staaten mit Tempolimit und vergleichbaren Autobahnen nicht unbedingt weniger Verkehrstote. Für eine Diskussion zu dem Thema fehlen seit Jahren zahlen. Auch hier wird auf ca. 40% überhöhte Geschwindigkeit bei Unfällen hingewiesen - jedoch ohne Aufschlüsselung wie viele davon PKW betrafen und wie viele von denen überhaupt in einem unregulierten Bereich bei über 130km/h verunglückt sind. Die letzten öffentlichen Auswertungen dazu sind über 20 Jahre alt und kamen damals auf lediglich ca. 1% aller Autobahnunfälle. Das ist eine zu vernachlässigende Summe (allein weil auch mit Tempolimit Leute zu schnell fahren würden und man so auf ähnliche Werte kommen würde).
Bleiben Umwelt- und Stauaspekte. Letzteres wird bereits heute durch Beeinflussungsanlagen gelöst und kann so den Verkehr gezielt steuern um Stau zu vermeiden. Ob es Auswirkungen auf die Umwelt gibt ist mehr als fraglich. Auch hier wird viel behauptet ohne überhaupt Daten dazu zu haben. Man müsste dafür zuerst den Anteil der Fahrer auf Autobahnen mit hohem Tempo untersuchen und genauer Aufschlüsseln (140km/h erzeugt andere Verbräuche als die oft genannten 250km/h). Letzteres dürfte real sehr selten sein und keine Relevanz haben. Da die meisten Teilnehmer oberhalb der Richtgeschwindigkeit sich irgendwo zwischen 130km/h und 180km/h bewegen und die wiederum einen niedrigen Anteil am Gesamtaufkommen haben. Wie hoch bei denen der Mehrverbrauch ist, ist unbekannt. Real dürfte auch das im statistischen Rauschen untergehen.
Es bleibt also: Es gibt keine belastbaren Argumente für ein Tempolimit.

Stadtverkehr
Die Forderung zu Tempo 30 im Stadtverkehr ist weitgehend vom Tisch. Während derzeit der Standard Tempo 50 sind und 30 durch gesonderte Schilder angekündigt werden muss, würden viele dies gerne umkehren. Dadurch könnten Durchgangsstraßen weiterhin mit 50km/h durchfahren werden. Wohngebiete wären aber durchgehend mit Tempo 30 ausgestattet.
In meinen Augen ein erstrebenswertes Ziel. Innerorts lässt sich die Sicherheit von kleinen Straßen nicht mit vertretbaren Aufwand erhöhen. Generell beruht Tempo 50 auf der Annahme einer strikten Teilung des Verkehrsraums mit Wegen für Autos, Radfahrer und Fugängern. Auf Hauptstraßen ist das sicherlich notwendig - auf Nebenstraßen allerdings viel zu aufwendig. Mit Tempo 30 ließe sich der Verkehrsraum von allen Beteiligten besser nutzen. Durch den Verzicht auf Ampeln könnten Fußgänger die Straßen besser überqueren. Auch Radfahrer würden weniger gefährdet. Insgesamt ein wünschenswertes Verfahren das Sicherheit erhöht und den Verkehrslärm senkt.

Donnerstag, 20. September 2012

Shared-Space


Ich bin bekennender Tempolimitgegner. Ich finde es schön die Freiheit zu haben schnell zu fahren. Auch sonst bin ich kein Freund enger Regelementierungen im Straßenverkehr.

Dennoch möchte ich mich an dieser Stelle für eine weite Verbreitung von Tempo 30 innerorts aussprechen.

Die Ursache meiner Überlegung liegt in der nicht funktionierenden Trennung der verschiedenen Verkehrssysteme in der Innenstadt. Besonders betroffen sind hier meist die Radfahrer. Derzeit müssen sie sich meist den Gehweg mit den Fußgängern teilen, was freilich auch mit farblicher Trennung nicht funktioniert. Dauernd sind Fußgänger auf dem Radweg und an jeder kleinen Einmündung muss man für den Straßenverkehr anhalten. Außerdem kann kaum eine Stadt durchgehende Radwege bieten. Auch auf der Straße haben es derzeit die Radfahrer schwer. Bei einem mit 50km/h fließenden Verkehr stellen Radfahrer ein Hindernis da und sind permanent gefährdet.

Ändern ließe sich das mit einer starken Ausweitung der Tempo 30 Zonen. Denkbar wäre hier lediglich die Vorfahrtsstraße als Ausnahme für Tempo 50 – als Ausfallstraße sogar Tempo 70. Bei den Ausnahmen müsste man dann durchgehende Radwege anlegen.

Im Tempo 30 Bereich kann man die Bürgersteige absenken (gut für mobilitätseingeschränkte Personen) und die Radfahrer teilen sich den Verkehr mit dem motorisierten Verkehr. Bei diesem Tempo sollte eine erhöhte Rücksicht möglich sein. Insgesamt muss der Verkehr dadurch noch nichtmal viel langsamer laufen, denn bei den niedrigen Geschwindigkeiten kann man an vielen Stellen auch auf Ampeln verzichten. Für viele Menschen ließen sich so Anreize schaffen vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen.

Die Verkehrssicherheit würde ebenfalls davon profitieren. Der zweitgrößte Anteil der Verkehrstoten verliert sein Leben bei Unfällen innerhalb der Ortsgrenzen. Bei diesen Geschwindigkeiten sind die Opfer fast immer Fußgänger und Radfahrer. An der Sicherheit der Autos lässt sich da nur wenig verbessern. Mehr geht da durch die Geschwindigkeit. Bei einer Vollbremsung aus 50km/h braucht man 12m unter Idealbedingen zum Stehen. Aus den oft gefahrenen 60km/h sind es bei gleichen Bedingungen schon mindestens 17m. Unter nicht optimalen Bedingungen steigt der Bremsweg nochmal bedeutend. Aus 30 oder auch 40km/h steht man jedoch schon nach 4 bzw. 8m. Bei einem plötzlich auf die Straße laufenden Kind können das rettende Meter sein.

Ganz nebenbei sinken auch die Lärmemissionen, wodurch die Anwohner profitieren würden.

Mittwoch, 12. September 2012

Pedelecs, die Zukunft des Radfahrens.



Derzeit verleihen diese Fahrräder meistens nur Senioren einen größeren Aktionsradius, obwohl sie auch für die breite Masse der Bevölkerung attraktiv sein sollten. Pedelecs sind in den meisten Fällen Fahrräder mit Akku und Elektromotor die den Radler bis zu Geschwindigkeiten von 25km/h unterstützen. Einen sehr kleinen Anteil machen die E-Räder mit rein elektrischem Antrieb aus, die auch ohne zusätzliches Treten für Vortrieb sorgen. Diese sind allerdings recht teuer und zusätzlich Führerscheinpflichtig, was die Attraktivität senkt. In einigen Fällen kommt auch noch eine Helmpflicht dazu.

Bleibt man bei der unterstützenden Version ist das System recht simpel. Man kann in mehreren Stufen die Unterstützungsleistung wählen, was dann natürlich auch einen Einfluss auf die Reichweite hat. Real sind 40-80km je nach Modell und Unterstützungsstufe üblich. Im Gegensatz zu vielen Händlern sehe ich den Vorteil der Pedelecs weniger in langen Radreisen, sondern eher im täglichen Berufsverkehr. Mit ihnen kann man einfach Distanzen von 10km einfacher Strecke zur Arbeit mit hohen Tempo zurücklegen ohne verschwitzt und ausgepowert bei der Arbeit anzukommen.
Zuhause kann der Akku dann geladen werden. Bei einigen Modellen ist der Akku sogar entnehmbar – das ist praktisch für Kunden ohne Lademöglichkeit am Abstellplatz.

Gegenüber einem normalen Fahrrad ist der Aufpreis zwar deutlich spürbar, gegenüber einem Auto ist der Spareffekt jedoch bedeutend größer. Die Stromkosten sind zu vernachlässigen da sie nur wenige Euro im Jahr ausmachen. Bei einer Akkuhaltbarkeit von 3-5 Jahren bei täglichem Einsatz müsste man also lediglich ca. 200€ im Jahr für den Akku und Wartung einkalkulieren, während das Fahrrad als solches ebenfalls eine bezahlbare Option ist. Jeder Autobesitzer wird in anbetracht der Kraftsotffkosten das zu schätzen wissen. Denn solche Summen gehen bei Vielfahrern im Monat drauf.

Für Berufspendler eine interessante Wahl.